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Anliegen erkannt – Vorlage ist jedoch falsch (Leserbrief)

von Stefan Treier, Wohlen (früher Effingen)

Niemand kann behaupten, die Schweiz sei ein Einwanderungsland. Bedenken betreffs Bevölkerungsentwicklung sind verständlich und müssen ernst genommen werden. Dennoch stellt sich die Frage: Braucht es zur Regulierung tatsächlich diese «Nachhaltigkeitsinitiative», also gar eine Verfassungsvorlage? Diese wiederum würde bei Annahme eine Gesetzesmaschinerie und eine unnötige Bürokratie in Gang setzen. Gleichzeitig müsste die Schweiz beim Wegfall des Dublin-Abkommens mit einer kostspieligen Zunahme der Asylantenzahl und mit einer Gefährdung internationaler Übereinkünfte rechnen. Brauchen wir das alles? Geht es wirklich nicht anders?
Die Schweiz verfügt über ausreichende gesetzliche Grundlagen, um ausländische Staatsangehörige, welche sich unkorrekt oder gar kriminell benehmen, des Landes zu verweisen. Wir brauchen keine Sozialschmarotzer, doch sollen Personen mit wertvollen beruflichen und menschlichen Qualifikationen willkommen sein. Wichtig ist, dass die Behörden bestehende Bestimmungen konsequent anwenden.
Zahlreiche ausländische Staatsangehörige, welche vorab in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Seelsorge oder auch in wirtschaftlichen Schlüsselpositionen arbeiten und ihr Bestes geben, sollen weiterhin hier leben und arbeiten können, ist ihre fachkundige Arbeit und ihr Engagement doch auch zum Wohle der Schweizer Bevölkerung unentbehrlich. Auf solche Leute sind wir in der Schweiz angewiesen.
Mir scheint, mit der Nachhaltigkeitsinitiative werde «das Kind mit dem Bade ausgeschüttet», was vermieden werden sollte. Mit einem Nein kann der Weg für eine bessere Variante frei gemacht werden.