Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Überwiegend bewölkt
6.4 °C Luftfeuchtigkeit: 88%

Samstag
8.8 °C | 22.3 °C

Sonntag
11.5 °C | 17 °C

8000 Einwohner bis 2040 in Kaiseraugst

Von Meinrad Schmid, alt Gemeinderat, Kaiseraugst

Wollen wir das wirklich? Fast missionarisch hechelt das Gemeindepräsidium und die Bauverwaltung die Prognosen des Kantons nach. Das Areal der Fa. Thommen soll den «Meilensteinen» und «Leuchttürmen» weichen und morgen unberührte Grünräume – auf dass die Einwohnerzahl steigt und steigt. Wollen wir wirklich noch mehr Anonymität und Entfremdung in unserem Dorf?
Die Firma Thommen ist seit 1952 in Kaiseraugst tätig. Viele Kaiseraugster fanden Arbeit und Brot in der Firma. Wie war die Gemeinde froh um die Steuereinnahmen, als es finanziell noch nicht so rosig aussah.
Offenbar ist es lohnender, sich mit Start-up’s, IT, Biotech, Hightech, Wohnungen und weiss nicht was zu befassen, als mit einem Betrieb, wo in Handarbeit gearbeitet wird, die zahlreiche Arbeiterschaft «dreckige» Hände hat und schmutzige Überkleider trägt. Und nebenbei wie selbstverständlich unseren Wohlstandsmüll verarbeitet und rezykliert.
Die Thommen AG muss rechtlich gesichert einen neuen, passenden Standort zur Verfügung haben. Der Aufbau eines neuen Recycling-Betriebs kostet einige Dutzend Millionen. Finanzielle Überlegungen spielten bei den Diskussionen um die Verlegung offenbar eine grosse Rolle. Zum Nulltarif für die Gemeinde geht es nicht. Nein, die Fa. Thommen kann man nicht einfach mit der Fa. Maya in ein paar Tagen an einen neuen Standort verlegen.
Selbstverständlich muss auch die Altlastenproblematik genauestens untersucht werden. Als einer der wenigen Zeitzeugen weiss ich, dass man die Augen vor dem unbekannten Inhalt/Ablagerungen der Gemeindeabfallgrube (Gruebloch) nicht verschliessen kann. Ein Zustand, welcher mehrheitlich von der Einwohnergemeinde verursacht wurde. Und schliesslich ist es ein Muss, in den kommenden Jahren die Lärmsituation zugunsten der Anwohner zu verbessern: Lösungen werden gesucht und liegen auf dem Tisch.
Nach dem Entscheid der Gemeindeversammlung ist ein Marschhalt angezeigt. Die Situation sollte man von Grund auf neu überdenken. Im übrigen finden viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Entscheid der Einwohnergemeinde-versammlung in Ordnung und nachvollziehbar.