Von Hansjürg Brun, Rheinfelden
Unsere Generation hat es gut. Wir durften den Aufschwung der Nachkriegszeit erleben. Die meisten von uns durften ihr gesamtes Berufsleben bei derselben Firma verbringen. Wir bekommen AHV, unsere 2. Säule wurde zu Umwandlungssätzen geäufnet, von denen man heute nur träumen kann. Wohneigentum zu erwerben war für uns mit etwas Anstrengung noch gut möglich, auch mit einem mittleren Einkommen. Viele von uns können sogar als Pensionäre unser Vermögen noch vergrössern.
Ganz anders haben es die Jungen von heute: Der Einstieg ins Arbeitsleben gestaltet sich oft holprig, von Praktikum zu Temporär-Job zu Praktikum. Wohneigentum zu erwerben wird zum Privileg der Oberklasse. Die Demographie stellt die AHV im Grundsatz infrage; wenn sie nicht grundlegend reformiert wird, geht sie bankrott, bevor die heutigen Lehrlinge und Studenten in Pension gehen. Die Umwandlungssätze der 2. Säule sinken und sinken, das Leben wird teurer und teurer.
Und nun wollen die Gewerkschaften, dass die Jungen uns Pensionären eine 13. Rente finanzieren, die nur die wenigsten brauchen (ca. 20%)? Dass der Gipserlehrling und der Laborant am Ende des Monats weniger Lohn hat und ihm über die Mehrwertsteuer 1 Prozent seines Einkommens weggenommen wird? Ich würde mich ja schämen, den Jungen Geld wegzunehmen, das sie selber viel dringender brauchen als ich und die allermeisten meiner Altersgenossen.
Daher lege ich am 3. März mit gutem Gewissen ein überzeugtes «Nein» ein und ermuntere die Pensionäre – vor allem aber die Jungen – dies ebenfalls zu tun!