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Work Life Aargau: Pendeln dem Aargau die Fachkräfte davon?

(wla) Täglich verlassen tausende Fachkräfte den Kanton Aargau zur Arbeit. Gleichzeitig würde ein grosser Teil von ihnen lieber näher am eigenen Wohnort arbeiten.

Rund 130’000 Aargauer Erwerbstätige arbeiten in anderen Kantonen. Eine Umfrage von Work Life Aargau (WLA) aus dem vergangenen Frühling zeigt, dass 83 Prozent der Befragten sich eine Stelle im Aargau wünschen würden.
Gemäss den neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Jahr 2024 liegt der Negativsaldo der Pendlerbewegungen bei -18,2 Prozent. Damit pendeln weiterhin deutlich mehr Personen aus dem Kanton heraus als hinein. Gegenüber dem Vorjahr (-18,6 Prozent) ist immerhin eine leichte Verbesserung erkennbar.

Viele Pendler, stabile Muster
Die Mobilitätsdaten zeigen ein stabiles Bild: Rund 80 Prozent der Erwerbstätigen pendeln regelmässig zur Arbeit. Der Arbeitsweg bleibt für viele Alltag. Das Auto ist mit 48 Prozent weiterhin das wichtigste Verkehrsmittel, 20 Prozent nutzen den öffentlichen Verkehr und 11 Prozent sind zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs. Gleichzeitig hat sich Homeoffice seit der Pandemie auf einem stabilen Niveau von 20 Prozent etabliert. Die grundlegenden Muster haben sich in den letzten Jahren kaum verändert und viele Erwerbstätige nehmen weiterhin längere Arbeitswege in Kauf.

Ein grosser Talentpool direkt vor der Haustür
Insgesamt sind rund 343’000 Personen Teil der Pendlermobilität im Aargau. Rund 130’000 davon arbeiten ausserkantonal, während deutlich weniger in den Kanton einpendeln. Diese Zahlen zeigen vor allem eines: Der Aargau verfügt über einen grossen Pool an  qualifizierten Fachkräften. Viele davon arbeiten heute ausserhalb des Kantons, obwohl sie hier leben.
Besonders ausgeprägt ist die Pendlerverflechtung in Richtung Zürich. Für Unternehmen im Aargau bedeutet das einen direkten Wettbewerb um Talente, aber auch eine konkrete Chance. Viele dieser Fachkräfte sind bereits in der Region verankert und könnten mit
attraktiven Bedingungen für den Aargau gewonnen werden.

Arbeitsplätze sind vorhanden – die Verbindung fehlt
Dass Stellen vorhanden sind, zeigt ein Blick auf den Arbeitsmarkt: Auf der Plattform von Work Life Aargau sind aktuell über 6200 offene Jobs ausgeschrieben. Die Herausforderung ist nicht primär die Anzahl Jobs, sondern das Matching: Fachkräfte und Arbeitgeber müssen besser zusammenfinden – durch Sichtbarkeit, attraktive Bedingungen und eine klare Positionierung.
Viele Pendlerinnen und Pendler würden kürzere Wege bevorzugen. Wer näher am Wohnort arbeitet, gewinnt Zeit und Lebensqualität. Genau hier liegt eine grosse Chance für Unternehmen im Kanton.

Arbeitsort Aargau gezielt stärken
Work Life Aargau setzt genau an diesem Punkt an. Als Netzwerk engagierter Arbeitgeber stärkt der Verein die Attraktivität des Kantons als Arbeitsstandort. Der Aargau ist als Wohnkanton bereits sehr attraktiv: Viele Fachkräfte leben hier und schätzen die hohe Lebensqualität. Um dieses Fachkräfte-Potenzial besser zu nutzen, gilt es nun, die Arbeitgeberattraktivität gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig setzt Work Life Aargau bewusst auf die Verknüpfung von Wohnen, Arbeiten, Familienfreundlichkeit und Freizeit, um den Kanton ganzheitlich als Lebens- und Arbeitsraum zu positionieren. Durch Austausch, Workshops und gemeinsame Initiativen stärken die Mitglieder ihre Arbeitgeberattraktivität und bleiben im Wettbewerb um Fachkräfte sichtbar und relevant.
«Der Aargau hat die Talente. Sie wohnen hier und schätzen die Lebensqualität unseres Kantons. Jetzt geht es darum, Arbeitgeber und Fachkräfte besser zusammenzubringen und den Arbeitsort Aargau gezielt zu stärken», sagt Christoph Enderli, Geschäftsführer von Work Life Aargau. Gemeinsam verfolgen sie ein klares Ziel: Die Stärkung des Lebens- und Arbeitsstandorts Aargau.