(pd) Der Regierungsrat hat entschieden, mit dem Areal «Salina Raurica Ost» in Pratteln als Ein-Standort-Option für das Kantonsspital Baselland (KSBL) in die Schlussevaluation zu gehen.
«Salina Raurica Ost» hat im Rahmen einer Machbarkeitsstudie gegen den anderen potenziellen Spitalstandort in Pratteln auf dem Areal «Bredella Ost» den Vorzug erhalten. Als nächstes werden die Ein-Standort-Option auf dem Areal «Salina Raurica Ost» und die bisherige Zwei-Standort-Option auf dem Bruderholz und in Liestal gegenübergestellt und bewertet. Der Regierungsrat plant seinen abschliessenden Entscheid für Ende des ersten Quartals 2026. Danach erfolgt ein entsprechender Antrag an den Landrat.
Der Regierungsrat hat im November 2024 eine vertiefte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben mit dem Ziel, die beiden Areale «Salina Raurica» und «Bredella Ost» in Pratteln auf ihre Eignung als Ein-Standort-Option für das Kantonsspital Baselland zu überprüfen. Mittlerweile liegen die Ergebnisse der Studie vor.
Zu viele Nachteile am Standort «Bredella Ost»
Die Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass sich die beiden geprüften Standorte hinsichtlich der betrieblichen Eignung grundsätzlich kaum unterscheiden, die Variante «Bredella Ost» jedoch in der Beurteilung planerischer und prozessualer Themen abfällt. Dies hauptsächlich aus drei Gründen:
− Das Areal ist hinsichtlich Landerwerb und damit verbundenen Verpflichtungen betreffend bestehende Mietverhältnisse mit grossen Unsicherheiten und hohen Kosten behaftet.
− Die Integration des Spitals in die städtebauliche Planung von Pratteln ist sehr anspruchsvoll. Die seitens Pratteln geplante Gemeindeentwicklung würde verändert. Spätere städtebauliche Optimierungen am Spitalneubau könnten wiederum negative Auswirkungen auf einen funktional optimalen Spitalbetrieb haben.
− Die Spitalnutzung am Standort «Bredella Ost» erzeugt mehr Verkehr als bisher für das Gesamtareal vorgesehen ist. Dies hätte negative Auswirkungen auf das bereits stark belastete Strassennetz und erforderte ein Mobilitätsmanagement an der Quelle oder eine Anpassung bei der Verkehrsinfrastruktur.
Auf Basis dieser Erkenntnis folgte der Regierungsrat der Empfehlung der beauftragten Arbeitsgruppe, mit dem Areal «Salina Raurica Ost» als Ein-Standort-Option für das KSBL in die Schlussevaluation zu gehen. Die Arbeitsgruppe setzte sich zusammen aus Vertretungen der Bau- und Umweltschutzdirektion, der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, der Gemeinde Pratteln, dem KSBL sowie externen Planungs-, Architektur- und Verkehrsbüros.
Kantonaler Planungsprozess nötig
In der Studie ist zugleich festgehalten, dass die zeitlichen Vorgaben des Regierungsrats auch für den Standort «Salina Raurica Ost» mit der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2036 zu ambitioniert sind und aufgrund von Erfahrungen aus vergangenen Entwicklungsprojekten als nicht realistisch eingeschätzt werden. Eine Inbetriebnahme in zehn Jahren ist nur bei einem durchgehend optimalen Projektablauf erreichbar. Beschleunigungsmassnahmen wie Parallelplanungen und das Auslösen vorbereitender Arbeiten vor politischen Entscheiden müssten umgehend an die Hand genommen werden. Neben der Landanbindung wären weitere Aufgaben zeitnah anzugehen, so unter anderem die zusätzliche Flächensicherung für eine funktionale Spitalerweiterung und spätere Ersatzneubauten, eine Verbesserung der Anbindung an den ÖV (Busanbindung, evtl. Wiedererwägung Tramerschliessung) sowie die Sicherstellung von notwendigen Lärmschutz-Massnahmen. Mit dem definitiven Standortentscheid müssten die obigen Themen geklärt und mit einem Eintrag im Kantonalen Richtplan politisch bestätigt werden.
Standort-Entscheid im ersten Quartal 2026 geplant
Der Regierungsrat hat nun die Abschlussevaluation zwischen den beiden Standort-Optionen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2026 vorliegen, sodass der Regierungsrat Ende März 2026 seinen Entscheid fällen und dem Landrat einen entsprechenden Antrag unterbreiten kann.