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Rückkehr des Fischotters: Rückkehr und Ansporn zugleich

(pd) Aktuell kehrt der Fischotter in viele Gebiete der Schweiz zurück. Zu verdanken ist dies seinem europaweiten rigorosen Schutz und dem Verbot von Ewigkeitschemikalien. Ob diese Erfolgsgeschichte Bestand hat, hängt davon ab, ob die Schweiz bei den Gewässerrevitalisierungen vorwärts macht. Dies teilt «Pro Natura» anlässlich des «Tages des Fischotters» am 27. Mai mit.

Am 11. Januar wurden am Ufer der Aare in Selzach Fischotterspuren im Schnee entdeckt – der erste Nachweis im Kanton Solothurn seit 91 Jahren. Am 15. Januar schwamm ein Fischotter am Linthkanal vor die Wildtierkamera – das erste Bildmaterial dieser Tierart im Kanton Glarus überhaupt. In den Kantonen Tessin, Luzern und Zürich tauchten ebenfalls vereinzelte Fischotter auf, während in den Kantonen Graubünden, St. Gallen und Bern bereits Nachwuchs beobachtet wurde.

Wieder aufgetaucht nach 30 Jahren

Vor seiner Rückkehr war der letzte Fischotter 1989 am Neuenburgersee gesehen worden. Die Gründe für sein damaliges Verschwinden waren vielzählig: die direkte Verfolgung, die Verbauung der Flüsse sowie die Verschmutzung der Gewässer mit hochgiftigen und langlebigen Chemikalien wie PCB, Dieldrin und DDT.

1952 wurde der Fischotter hierzulande zwar unter Schutz gestellt und einige der Ewigkeitschemikalien wurden 1986 verboten, doch beides vermochte ihn nicht zu retten. Seine Rückkehr ab 2009 ist ein Zeichen für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Umweltschutzorganisationen, Fischereiverbänden und Bevölkerung zur Verbesserung des Gewässerschutzes in der Schweiz und den umliegenden Ländern. Der Schutz des Fischotters und seiner Lebensräume in den Nachbarländern hat dort zur Erholung seiner Bestände geführt und ihm so ermöglicht, die Schweiz über den Inn (GR) auf eigenen Pfoten wiederzubesiedeln.

Ein dickes Fell allein reicht nicht

Der europäische Fischotter hat das dichteste Fell aller heimischen Säugetiere (bis zu 70’000 Haare pro Quadratzentimeter), welches ihn selbst im eisigen Wasser trocken hält. Das allein wird ihm sein Überleben in der Schweiz aber nicht sichern. Als Einzelgänger lebt er in grossen Revieren von 20-40 Kilometern Uferlänge sowohl an Land wie auch im Wasser. Dieser Lebensstil braucht besonders viel Energie, und so muss er täglich etwa 15 Prozent seines Körpergewichts an Nahrung zu sich nehmen. Er ist daher auf gesunde Fischbestände angewiesen. In der Schweiz sind jedoch zwei von drei Fischarten vom Aussterben bedroht. Wo der Fischotter zurückkehrt, müssen sie wieder lernen, mit diesem effizienten Jäger umzugehen.

«Wir müssen unsere Gewässer wiederbeleben», meint Pro Natura

Um sich vor dem Fischotter zu verstecken, brauchen Fische eine Vielzahl von Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten – etwas, das in den meisten der kanalisierten und verbauten Schweizer Gewässer fehlt. Von den gesetzlich vorgesehenen 50 Kilometern Revitalisierungen pro Jahr schafft die Schweiz nicht einmal die Hälfte, und neue Studien bezeichnen den Zustand der Gewässer als schlecht. Damit der Fischotter in der Schweiz langfristig überlebt und Erfolgsgeschichten wie die seinige auch für andere gefährdete Wassertiere wie Aal, Nase (ein Süsswasserfisch), Lachs oder Dohlenkrebs möglich werden, braucht es mehr Gewässerrevitalisierungen. Mit der «Aktion Biber & Co.» und dem Projekt «Untendurch» bieten Pro Natura und Pro Lutra Hand für wirksame Projekte zum Schutz der Fischotter.

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