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Juso Aargau: «Kinderrechtskonvention im Aargau gefährdet»

(juso) Wie die Juso in einer Medienmitteilung schreibt, widersetze sich das Aargauer Bildungsdepartement einer verbindlichen Anweisung des UNO-Kinderrechtsausschusses, dass ein behindertes Kind mindestens vorläufig die Regelschule besuchen dürfe. Die Juso Aargau kritisiert dieses Vorgehen: Es zeige auf, wie der Kanton Aargau die Rechte von behinderten Menschen und Kindern missachtet. 

Das Aargauer Bildungsdepartement habe entschieden, sich einer verbindlichen Anordnung des UNO-Ausschusses für Kinderrechte zu widersetzen. Dies gehe aus einem Artikel der Sonntagszeitung vom 15. März hervor. Das Bundesgericht urteilte im Fall eines behinderten Aargauer Kindes, dass diese Schülerin eine Sonderschule besuchen müsse. Die Eltern zogen das Urteil vor den UNO-Kinderrechtsausschuss. Dieser entschied, dass die Schülerin weiter die Regelklasse besuchen darf, bis der Ausschuss einen definitiven Entscheid gefällt hat. Entgegen dieser verbindlichen Anordnung der UNO plane das Bildungsdepartement, dass das betroffene Kind ab Sommer 2026 eine Sonderschule besuchen solle.
Die JUSO Aargau ist empört über dieses Vorgehen. Die Separation behinderter Kinder in der Schule ist für die Jungpartei weder mit der UNO-Kinderrechtskonvention, noch mit der UNO-Behindertenrechtskonvention vereinbar. Dass der Kanton Aargau sich nun einer verbindlichen Anordnung widersetze, zeige, dass der Politik und Verwaltung die Rechte von Kindern und behinderten Menschen egal seien. Das Argument des Kindeswohls lassen die Jungsozialist*innen nicht gelten. Die Eltern berichteten, das Kind gehe mit «Freude in die Schule und die Integration funktionierte gut».
Elias Erne, Mitglied Projektvorstand Anti-Ableismus, meint: «Das Bildungsdepartement unter Regierungsrätin Bircher darf nicht immer mehr Kinder aus der Regelklasse separieren. Dieses Vorgehen widerspricht sowohl internationalem Recht, als auch dem Kindeswohl.»
Behinderte Kinder und Jugendliche profitierten enorm von einer inklusiven Beschulung, das würden verschiedene Studien belegen. Die JUSO Aargau fordert daher, dass die Aargauer Schulen möglichst schnell für alle zugänglich werden, damit Sonderschulen und Förderklassen abgeschafft und die strukturelle Separation behinderter Kinder beendet werden können.