(eing.) Am 27. und 28. März zeigten die 60 besten Debattierenden der Schweiz am Nationalen Finale von Jugend debattiert, was konstruktiver Dialog bedeutet. Darunter waren auch vier Teilnehmer aus dem Kanton Aargau.
Die Finalistinnen und Finalisten hatten sich zuvor in zwölf Regionalfinalen qualifiziert und debattierten im Finale über aktuelle gesellschaftliche und politische Themen. Sechs von ihnen haben die Jury besonders überzeugt und sicherten sich den Sieg. Drei weitere durften einen Award entgegennehmen.
Das zweitägige Finale fand am Hauptsitz der Mobiliar in Bern statt, die das Programm als Hauptförderpartner unterstützt. In mehreren Debattenrunden setzten sich die Jugendlichen unter anderem mit der Höhe der Militärausgaben, der Verantwortung von Social-Media-Plattformen sowie weiteren aktuellen Themen auseinander. Die Jury – zusammengesetzt aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Medien und ehemaligen Programmteilnehmern (YES Alumni) – bewertete die Leistungen anhand der Kriterien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Gemeinsam mit den weiteren Siegerinnen und Sieger konnten er/sie die Jury überzeugen:
- Sek I Deutschschweiz: Leni Conrad, Gymnasium Lerbermatt
- Sek I Westschweiz: Aurélien Caprez & Maria Zirou, Établissement primaire et secondaire de Béthusy
- Sek II Deutschschweiz: Leno Ernesto Ferrara, Kantonsschule Menzingen
- Sek II Westschweiz: Wendy Leroy & Jonas Babic, Collège du Sud
Auch Teilnehmende aus der Region Aargau waren am Nationalen Finale vertreten und zeigten grosses Engagement sowie starke Debattierleistungen. Dazu gehörten Sofia Suter (Neue Kantonsschule Aarau), Kaspar Füchslin (Alte Kantonsschule Aarau), Jonas Gion Perego (Kantonsschule Wettingen) sowie Julia Otten (Alte Kantonsschule Aarau) die sich zudem für die Finaldebatte qualifizieren konnte.
Zum Debattieren gehört aber nicht nur das Zuhören, sondern auch die Selbstreflexion. Das zeigte der Wegweiser Ethics Award, welcher durch die Stiftung Wegweiser organisiert wurde. Die Teilnehmenden mussten hier ein dreiminütiges Video einreichen, in welchem sie die eigenen Werte hinterfragten und überzeugende Argumente zu den Themen entwickelten, die in den Debatten behandelt wurden. Gewonnen haben: Jade Murisier der Ecoles de Corsier-sur-Vevey, Joana Pereira des Gymnasium Bäumlihof, Hannah Pauly der EPS de l’Elysée.
Debattieren in der Schule gelernt
Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 20 Jahren haben über ihre Schule am Wettbewerb von Jugend debattiert teilgenommen. Im Zentrum des Bildungsprogramms steht jedoch nicht der Wettbewerbserfolg, sondern vielmehr die Förderung zentraler Kompetenzen wie Recherche, kritisches Denken und respektvoller Dialog.
Dieses Jahr war das Nationale Finale von Jugend debattiert Teil der «Zusammentour», welche im Rahmen des 200-Jahr-Jubiläums der Mobiliar stattfindet. Ziel der Tour ist es, zusammenkommen, zuhören und gemeinsam weiterzukommen. Bei dieser Gelegenheit wurden die Finaldebatten live übertragen.
Austausch mit dem Parlament
Den Bogen von der Debatte zur Politik schlugen die Teilnehmenden bei einem Besuch im Bundeshaus. Dabei hatten sie im Nationalratssaal die Möglichkeit, in einer Fragerunde mit Nationalratspräsident Pierre-André Page (SVP) und den Parlamentarierinnen und Parlamentariern Jean Tschopp (SP), Priska Wismer-Felder (Die Mitte), Céline Weber (GLP) und Severin Brüngger (FDP) in Dialog zu treten. «Debatten können hart sein, kontrovers, manchmal auch emotional. Entscheidend ist jedoch, dass sie lösungsorientiert bleiben. Dass wir einander nicht als Gegner betrachten, sondern als Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, die gemeinsam Verantwortung für unser Land tragen. ‹Jugend debattiert› vermittelt genau diese Haltung. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Argumente sorgfältig aufzubauen, sich auf Fakten zu stützen und andere Meinungen ernst zu nehmen», sagte Nationalratspräsident Pierre-André Page.