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Gegenkomitee: «Aargauer Bevölkerung stellt sich hinter eine gerechte und menschenwürdige Sozialpolitik»

(pd) Die Aarg. Volksinitiative «Arbeit muss sich lohnen», die eine pauschale Kürzung des Grundbedarfs in der Sozialhilfe um 5 % nach zwei Jahren Bezug forderte, wurde heute von der Stimmbevölkerung (deutlich) abgelehnt. Das überparteiliche Komitee, bestehend aus den Parteien SP, Die Mitte, GRÜNE, GLP und EVP sowie den Verbänden Arbeit Aargau, Caritas und Netzwerk Sozialer Aargau, nimmt das deutliche Nein mit grosser Erleichterung und Dankbarkeit zur Kenntnis. Die Aargauer Bevölkerung habe damit ein starkes Zeichen gesetzt: Sie unterstütze eine verantwortungsvolle, faktenbasierte Sozialpolitik, die die Menschenwürde ernst nehme und nicht auf pauschale Abstrafung setze.

Die Stimmbevölkerung habe erkannt, dass pauschale Kürzungen nach zwei Jahren Sozialhilfebezug keine Lösung bieten, sondern nur Probleme schaffen würden. Die bestehenden Instrumente funktionieren; die sinkende Sozialhilfequote, rückläufige Fallzahlen und tiefere Kosten belegen dies. Die Initiative hätte hingegen Instabilität erzeugt und Menschen in prekären Situationen zusätzlich belastet. Wenn man Sozialhilfebeziehenden wieder in den Arbeitsmarkt zurückhelfen wolle, sollte stattdessen in Unterstützungsangebote investiert werden. Beispiele aus anderen Kantonen und Städten zeigten, dass die Kosten so langfristig gesenkt werden könnten.
Besonders erfreulich sei, dass die Bevölkerung die Argumente der Fachwelt ernst genommen habe: Die Initiative hätte mehr Bürokratie, höhere Kosten und Rechtsungleichheit geschaffen. Sie hätte Familien, Alleinerziehende und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen besonders hart getroffen und damit die Schutzfunktion der Sozialhilfe untergraben.
Mit ihrem Nein habe die Aargauer Bevölkerung darüber hinaus klar gemacht, dass sie nicht blind der SVP/FDP-Mehrheit im Grossen Rat folge, sondern von ihren gewählten Vertreter:innen im Grossen Rat eine verantwortungsvolle Politik erwarte. Mit diesem Entscheid wurde deutlich, dass der Aargau auf eine Sozialpolitik setzen müsse, die fördere statt bestrafe, integriere statt ausgrenze und die Menschenwürde achte. Dieses Ergebnis sei ein wichtiges Signal für eine konstruktive, solidarische Politik im Kanton Aargau.