(evp) Die EVP Aargau verlangt in ihrer Anhörungsantwort, neben den laufenden Anstrengungen zu umweltfreundlicherer Zementproduktion sei auch der Verbrauch von Zement zu senken. Gleichzeitig unterstützt sie die Erweiterung des Steinbruchs in Villigen, um Rohstoffe möglichst regional zu gewinnen.
Die Aargauer Regierung plant, den Steinbruch «Gabenchopf» in Villigen nach Westen zu erweitern und dafür das Materialabbaugebiet von kantonaler Bedeutung «Gabenchopf West» im Richtplan festzusetzen. Die EVP Aargau unterstützt dieses Vorhaben im Rahmen der Anhörung. Sie betont, dass in der Schweiz benötigte Rohstoffe nach Möglichkeit regional gewonnen und nicht importiert werden sollen.
Vorausgesetzt, die vorgesehenen Massnahmen werden umgesetzt – die Umwelverträglichkeitsprüfung folgt zu einem späteren Zeitpunkt –, können im betroffenen Gebiet zudem hochwertige Lebensräume entstehen. Den Eingriff in das Landschaftsbild des Aargauer Tafeljuras beurteilt die EVP als vertretbar: Zum einen handelt es sich um die Erweiterung eines bestehenden Steinbruchs, zum anderen wird die Nutzung natürlicher Ressourcen durch den Menschen höher gewichtet als Eingriffe in das Landschaftsbild.
Gleichzeitig unterstreicht die EVP die Notwendigkeit, den Zementverbrauch langfristig zu reduzieren. Neben den Anstrengungen von Holcim, die Zementproduktion umweltfreundlicher zu gestalten, sollte der Kanton darauf hinarbeiten, den Materialverbrauch insgesamt zu senken. Dies dient der Schonung von Ressourcen und kann dazu beitragen, eine erneute Ausweitung des Abbaugebiets in naher Zukunft zu vermeiden. Denn trotz technologischer Fortschritte bleibt die Zementproduktion energieintensiv und ist für einen Viertel der CO₂-Emissionen des Industriesektors in Europa verantwortlich.