(eing.) Die Grünen Aargau begrüssen den Zusammenschluss der fünf Abwasserverbände im Raum Aarau, Wyna-, Suhren- und Uerkental und den Bau einer neuen, modernen Abwasserreinigungsanlage. Der vorgesehene Standort Lähe/Salenmatt sei nicht optimal, doch die entscheidenden Weichen seien vor Jahren gestellt worden. Umso wichtiger seien jetzt verbindliche flankierende Massnahmen.
Eine moderne, regionale Abwasserreinigung ist ein wichtiger Schritt für saubere Gewässer und qualitativ gutes Trinkwasser. Die Grünen unterstützen den Zusammenschluss der Abwasserverbände Aarau, Mittleres Wynental, Region Schöftland, Region Kölliken und Reitnau-Moosleerau zu einer gemeinsamen Abwasserreinigungsanlage Aarau WSU. «Der Standort Lähe/Salenmatt war keine erste Wahl, sondern Resultat eingeengter Handlungsspielräume. Umso mehr braucht es jetzt verbindliche flankierende Massnahmen» fordern die Grünen:
- Einbezug der Bevölkerung. Im bisherigen Verfahren ist das deutlich zu kurz gekommen. Im weiteren Planungs- und Projektierungsprozess muss die Bevölkerung systematisch einbezogen werden.
- Schutz von Grundwasser und Auengebieten. Die neue Anlage liegt in einem ökologisch sensiblen Raum. Bau und Betrieb müssen so ausgelegt sein, dass weder das Grundwasser noch die angrenzenden Auengebiete Schaden nehmen.
- Rückbau aller bisherigen Anlagen. Das frei werdende Areal in Aarau soll ökologisch hochwertig in den Auenschutzpark integriert werden, die übrigen vier Standorte sollen als Landwirtschaftsland mit ökologischen Aufwertungen zurückkehren.
- Hochwertige Bauweise und volle Ausschöpfung des Energiepotenzials. Begrünte Fassaden und Dächer, biodiverse Restflächen, keine unnötige Versiegelung. Solar, Prozess- und Abwärme müssen konsequent genutzt werden.
- Verbindliche Reduktion der hochklimaschädlichen Lachgas- und Methanemissionen mit der besten verfügbaren Technologie. Beide Gase haben ein Vielfaches der Klimawirkung von CO₂ – es braucht konkrete, verbindliche Vorgaben für deren Minimierung.
Ebenso wichtig ist den Grünen, dass in Zukunft die Abwasserthematik konsequent auf Kreislaufwirtschaft ausgelegt wird. Sie soll so konzipiert sein, dass sie künftig nicht erweitert, sondern dank Kreislaufprozessen eher redimensioniert werden kann. Projekte zur Phosphor- oder Urinrückgewinnung und zur Wiederverwertung von Reststoffen sind aktiv zu unterstützen und zu lancieren.
Und: Was sich an der Quelle vermeiden lässt, muss am Ende der Leitung nicht aufwendig wieder herausgefiltert werden. Eine Vielzahl chemischer und pharmazeutischer Stoffe gelangt heute ins Abwasser, obwohl ihre schlechte Abbaubarkeit längst bekannt ist – Diclofenac aus der Voltaren-Salbe ist nur ein besonders sichtbares Beispiel. Die Grünen erwarten, dass sich der Kanton auf Bundesebene dafür einsetzt, dass Abbaubarkeit zum zentralen Zulassungskriterium für chemische und pharmazeutische Stoffe wird.