(pd) Das Kantonsspital Baselland (KSBL) soll seinen Versorgungsauftrag auch zukünftig von den Standorten Bruderholz und Liestal aus wahrnehmen. Der Regierungsrat hat eine entsprechende Vorlage mit einem Finanzierungsantrag an den Landrat überwiesen. In einer umfassenden Evaluation hat sich diese Lösung gegenüber einem Spitalstandort in Pratteln durchgesetzt.
Die Zwei-Standort-Lösung überzeugt aus medizinischer und wirtschaftlicher Sicht und weist auch deutlich tiefere Risiken in der Umsetzung auf. Der zukünftige Standort des Kantonsspitals Baselland (KSBL) wurde in den vergangenen Monaten umfassend analysiert. Im Zentrum der Schlussevaluation standen zwei in der strategischen Ausrichtung identische Varianten, die sich nur in der Standortfrage unterscheiden: ein neuer Spitalstandort in Pratteln («Salina Raurica») oder die Weiterentwicklung und der Ausbau der bestehenden Standorte in Liestal und auf dem Bruderholz.
Die Entscheidungsgrundlagen wurden breit abgestützt erarbeitet. Während für die geplanten Teil-Neubauten an den Standorten Bruderholz und Liestal Ergebnisse aus Projektwettbewerben zur Verfügung stehen, lieferte eine gemeinsam mit externen Fachplanerteams erarbeitete Machbarkeitsstudie für den Standort in Salina Raurica die notwendigen Grundlagen. Die Annahmen sowie die darauf basierenden Finanzpläne wurden durch ein externes Unternehmen plausibilisiert und validiert sowie als nachvollziehbar beurteilt. Dieses attestierte auch, dass keine Bevorzugung der einen oder anderen Variante vorliegt.
Liestal/Bruderholz: zukunftsfähig, wirtschaftlicher und mit weniger Risiken
Die Bewertung ergab, dass beide Varianten denselben Beitrag zu einer bedarfsgerechten, zukunftsorientierten medizinischen Versorgung liefern und die zwingenden Anforderungen als auch das angestrebte Zielbild aus dem Rahmenkonzept Gesundheit BL 2030 gleichermassen erfüllen. Hingegen wird die Wirtschaftlichkeit der Variante «Bruderholz / Liestal» durch die unabhängigen Experten und den Regierungsrat höher eingeschätzt. Der Standort «Salina Raurica» kann die höhere Investitionssumme trotz Annahme einer höheren Profitabilität (dank einem Standort und einem Neubau) nicht kompensieren. Die finanzielle Exposition durch den Kanton BL (Einschuss Eigenkapital und Ausstellung Kreditsicherungsgarantie) liegt bei der Variante Salina Raurica bei rund 1,16 Milliarden Franken. In der Variante «Liestal / Bruderholz» ist der Betrag mit 850 Millionen Franken immer noch beträchtlich, aber mit rund 310 Millionen Franken bzw. 36 Prozent klar tiefer.
Noch deutlicher fällt die Bewertung bezüglich Umsetzungskomplexität und Risiken aus. Die geplanten Teilneubauten an den beiden bestehenden Standorten können bis 2032 umgesetzt werden. Bei einem Neubau in Pratteln ist gemäss Machbarkeitsstudie aufgrund der notwendigen Planverfahren realistischerweise mit einer Inbetriebnahme um 2040 zu rechnen. Abklärungen haben ergeben, dass eine Beschleunigung der Verfahren möglich wäre, dies allerdings ein erhöhtes Beschwerdepotential und damit eine hohe Unsicherheit sowie zusätzliche zeitliche und finanzielle Risiken mit sich bringen würde.
Die Gesundheitsversorgung gestalten. Jetzt
Der Regierungsrat hat sich mit dem Rahmenkonzept Gesundheit BL 2030 zum Ziel gesetzt, die Gesundheitsversorgung im Kanton Basel-Landschaft in den kommenden Jahren auf und für die Zukunft auszurichten. Im gesamten Evaluationsprozess hat sich zudem gezeigt: Für das Angebot stationärer Leistungen im Bereich der erweiterten Grundversorgung gibt es im zukünftigen Versorgungsnetz kantonal wie regional keine vergleichbare Alternative zum KSBL, sowohl aus Sicht der Versorgung als auch der Prämien- und Steuerzahlenden.
Der Regierungsrat anerkennt die durch das KSBL bereits eingeleiteten Massnahmen, um eine rasche Besserung beim Betriebsergebnis zu erreichen. Gleichzeitig erwartet er von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, dass zum einen das Ergebnisverbesserungsprogramm in den kommenden Jahren weiter konsequent vorangetrieben wird, zum anderen, dass sich das KSBL substantiell an der Umsetzung der Zielsetzung aus «Gesundheit BL 2030» (forcierte Ambulantisierung, dezentrale, wohnortsnahe Versorgung, vernetzte Leistungserbringung) beteiligt. Die Modellrechnungen haben gezeigt, dass das KSBL zur Finanzierung der notwendigen Investitionen auf Unterstützung durch den Kanton angewiesen sein wird. Umso wichtiger ist es dem Regierungsrat, das substantielle finanzielle Engagement des Kantons und auch dessen Risikoexposition so gering wie möglich zu halten. Die Ergebnisse der umfangreichen und extern validierten Strategieprüfung sprechen aus Sicht des Regierungsrats zu Gunsten der 2-Standort-Variante «Bruderholz und Liestal».