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Ein Teil des grossen Teams der Posamenter. Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura Baselland
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Baselbieter Naturschutzpreis 2026 geht an das Team der Posamenter

(pd) Pro Natura Baselland würdigt das Engagement für den Erhalt der Hochstamm-Obstgärten und die Verbindung von Naturschutz, Landwirtschaft und regionaler Wertschöpfung.

Der diesjährige Baselbieter Naturschutzpreis von Pro Natura Baselland geht an das Team der Posamenter. Ausgezeichnet wird ein Engagement, das seit mehr als zwei Jahrzehnten zum Erhalt der wertvollen Hochstamm-Obstbestände des Oberbaselbiets beiträgt. Die Posamenter zeigen beispielhaft, wie Naturschutz mit Landwirtschaft, regionaler Wertschöpfung und einem funktionierenden Absatzmarkt verbunden werden kann.
Die Preisverleihung fand gestern Freitag auf dem Spielhof in Oltingen statt. Über 110 Gäste aus Politik, Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Tourismus sowie zahlreiche Weggefährtinnen und Weggefährten der Posamenter nahmen an der Feier teil.

Bettina Aeberli, Dora Meier (Geschäftsführerinnen Posamenter) und Andreas Freuler (Präsident Pro Natura Baselland). Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura BasellandAus einer einfachen Frage entstand eine nachhaltige Idee
Die Geschichte der Posamenter begann mit einer einfachen Frage: Was muss getan werden, damit die Hochstammbäume stehen bleiben? Die traditionelle Kulturlandschaft des Oberbaselbiets geriet zunehmend unter Druck. Landwirtschaft und Markt veränderten sich, die Bewirtschaftung der alten Bäume war aufwendig und die Früchte liessen sich wirtschaftlich kaum mehr konkurrenzfähig vermarkten. Gleichzeitig sind Hochstamm-Obstgärten ökologisch wertvoll: Alte Bäume bieten Lebensraum für Vögel, Fledermäuse, Siebenschläfer, Insekten und zahlreiche weitere Tiere.
Dora Meier, die Initiatorin des Projekts, setzte deshalb nicht allein beim Schutz der Bäume an, sondern bei der Frage, wie dieser Schutz langfristig finanziert werden kann. Die Idee: Die Früchte der Hochstammbäume sollen wieder einen Wert erhalten. Aus ihnen entstehen hochwertige regionale Produkte, für die Bäuerinnen und Bauern einen fairen Preis bekommen.
«Wenn die Früchte der Hochstammbäume wieder etwas wert sind, dann haben auch die Bäume wieder einen Wert», sagte Andreas Freuler, Präsident von Pro Natura Baselland, in seiner Laudatio.

Das Kern-Team der Posamenter. Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura BasellandNaturschutz, der schmeckt
Aus der ursprünglichen Idee ist eine vielfältige Produktwelt entstanden. Aus Zwetschgen, Äpfeln, Birnen, Quitten, Kirschen und Mirabellen werden unter anderem Konfitüre, Dörrfrüchte, Kompott, Läckerli, Zwetschgentörtli, «Heissi Zwätschge», «Prune d'Or» und weitere Spezialitäten hergestellt. Die Produkte werden im Baselbiet, in Basel und darüber hinaus angeboten.
Hinter dem Projekt steht ein breites Netzwerk aus Bäuerinnen und Bauern, Verarbeiterinnen und Verarbeitern, freiwilligen Helferinnen und Helfern, Produzentinnen und Produzenten sowie Händlerinnen und Händlern. 2012 wurde der Förderverein Hochstammprodukte Oberbaselbiet gegründet; 2016 folgte die von Dora Meier gegründete Posamenter GmbH. Ziel ist es, neue Produkte und Absatzmärkte zu entwickeln und damit die wirtschaftliche Grundlage für den Erhalt der Hochstammbäume zu stärken.
Für Pro Natura Baselland ist gerade dieser Netzwerkgedanke entscheidend. «Die Posamenter haben aus einer Naturschutzidee kein Denkmal gemacht. Sie haben daraus ein Netzwerk gemacht», betonte Freuler. Eine Landschaft mit Hochstammbäumen, Höfen, Wiesen, Dörfern, Menschen und Absatzmärkten sei gelebter Natur- und Landschaftsschutz.

Wirksam, beispielhaft und langfristig
Seit 1984 zeichnet Pro Natura Baselland mit dem Naturschutzpreis Persönlichkeiten oder Institutionen für beispielgebendes Engagement im Natur- und Umweltschutz im Kanton Basel-Landschaft aus. Preiswürdig ist eine Leistung, wenn sie wirksam und beispielhaft ist und sich über einen längeren Zeitraum erstreckt.
Das Team der Posamenter erfüllt diese Kriterien in besonderer Weise: Der Einsatz ist wirksam, weil Hochstammbäume erhalten und neue Bäume gepflanzt werden. Er ist beispielhaft, weil Naturschutz, Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden werden. Und er ist langfristig, weil aus einer Idee von Dora Meier ein über Jahrzehnte gewachsenes Projekt entstanden ist, das bis heute weiterentwickelt wird.

Gemeinsames Zwetschgenrüsten.  Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura BasellandDer Naturschutzpreis soll dieses Engagement sichtbar machen und zur Nachahmung anregen. Gestärkt durch den reichhaltigen Apéro und angeregt durch die Preisverleihung folgten zwei Dutzend Gäste der Preisverleihung dem Aufruf zu einem gemeinsamen Zwetschgenrüsten.
Begleitet von angeregten Gesprächen und herzhaftem Gelächter rüsteten die Freiwilligen kurzerhand 145 Kilogramm Hauszwetschgen von lokalen Hochstammbäumen. Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, werden die daraus fabrizierten Posamenter-Leckereien hoffentlich noch viele Menschen für dieses einzigartige Naturschutzprojekt gewinnen können.

Bilder
Erstes Bild: Ein Teil des grossen Teams der Posamenter. Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura Baselland
Zweites Bild: Bettina Aeberli, Dora Meier (Geschäftsführerinnen Posamenter) und Andreas Freuler (Präsident Pro Natura Baselland). Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura Baselland
Drittes Bild: Das Kern-Team der Posamenter. Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura Baselland
Viertes Bild: Gemeinsames Zwetschgenrüsten.  Foto: Thomas Zumbrunn, Pro Natura Baselland