(evp) Die EVP unterstützt den vorliegenden Vorschlag zur Weiterentwicklung des Verkehrs in Baden und Umgebung. Besonders überzeugt das verkehrsmittelübergreifende Konzept mit klarem Fokus auf Fuss- und Veloverkehr sowie der Stärkung des öffentlichen Verkehrs.
Die breite regionale Mitwirkung habe wesentlich zur Qualität der Lösung beigetragen, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Damit werde den räumlichen Herausforderungen der Region wirksam und zukunftsgerichtet begegnet.
Die Verkehrssituation in Baden und Umgebung ist geprägt durch starke Wirtschaftsentwicklung und viel Zuwanderung bei gleichzeitig begrenztem Raum. Insbesondere der Geländeeinschnitt zwischen Schartenfels und Oberstadt führt regelmässig zu erheblichen Verzögerungen im Pendlerverkehr. Entsprechend hoch ist der Handlungsdruck – zugleich sind Lösungen in diesem komplexen Umfeld anspruchsvoll.
Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat das Gesamtverkehrskonzept (rGVK) für den Raum Baden und Umgebung in die Anhörung geschickt. Die EVP ist der Meinung, dass die genannten Herausforderungen damit gut gemeistert werden können. Sie erachtet besonders auch der Einbezug der regionalen Akteure als sehr wertvoll. Die Massnahmen wurden auf gute Art und Weise erarbeitet, und die breite Mitwirkung hat wesentlich zur Qualität und Ausgewogenheit der Massnahmen beigetragen.
Aus Sicht der EVP überzeugt das Konzept vor allem in drei Punkten: Erstens handelt es sich um einen konsequent verkehrsmittelübergreifenden Ansatz, der nicht einseitig den motorisierten Individualverkehr priorisiert. Zweitens verbessern neue Tangentiallinien im Busverkehr die Erschliessung, ohne den Knoten Baden zusätzlich zu belasten. Drittens setzt das Konzept mit der angestrebten Verdoppelung der Velofahrten sowie der deutlichen Stärkung des Fuss- und Veloverkehrs die richtigen Schwerpunkte für einen dicht besiedelten Raum und nutzt deren grosses Entlastungspotenzial gezielt.
Ergänzend sieht die EVP konkretes Verbesserungspotenzial bei der Veloinfrastruktur: Würde die Verbindung über die Eisenbahnbrücke zwischen dem Bahnhof Wettingen und dem Ländliweg in Baden ganzjährig attraktiv gehalten – etwa durch einen konsequenten Winterdienst mit salzbarem oder beheizbarem Belag – könnte der Fuss- und Veloverkehr zusätzlich gesteigert werden. Dies würde nicht nur die ganzjährige Nutzung fördern, sondern auch zur Entschärfung von Nutzungskonflikten auf der Hochbrücke beitragen.
Im Hinblick auf die langfristige Weiterentwicklung unterstützt die EVP die vorgesehenen öV-Hauptkorridore ausdrücklich. Kritisch beurteilt sie hingegen die Umfahrungsvariante «ZEL lang» (von der Kantonsstrasse bei Kirchdorf in einen Tunnel, über die Limmat und weiter Richtung A1-Anschluss Neuenhof): Diese steht im Widerspruch zu zentralen Zielen des rGVK, da sie den motorisierten Individualverkehr attraktiver macht und damit die angestrebte Verlagerung auf flächensparende Mobilität untergräbt. Die EVP erachtet es daher als sinnvoll, diese Variante höchstens als Zwischenergebnis im Richtplan zu sichern, nicht jedoch aktiv weiterzuverfolgen.