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Ein gesellschaftliches Bündnis stellt sich gegen etwaige Änderungen des Zivildienstgesetzes.

Abstimmung 14. Juni: Aargauer Komitee stellt sich gegen Verschärfungen beim Zivildienst

(eing.) Zahlreiche Organisationen und Parteien aus dem Aargau positionieren sich gegen die Änderungen des Zivildienstgesetzes, über die am 14. Juni abgestimmt werden. Das Komitee betont, dass Zivildienstleistende wichtige Aufgaben in Pflegeheimen, Spitälern und Schulen sowie im Naturschutz und in der Landwirtschaft übernehmen. Mit der Gesetzesänderung würden dort wichtige Ressourcen fehlen.

Mit der Änderung des Zivildienstgesetzes (ZDG) vom 26. September wollen Bundesrat und Parlament die Zahl der Zivildienstleistenden um 40 Prozent senken. Sechs abschreckende Massnahmen sollen den Wechsel von der Armee in den Zivildienst massiv erschweren. Auch im Kanton Aargau hat sich ein Komitee gegen die Verschärfungen gebildet.

Emma Flohr, Co-Präsidentin der Jungen Grünen Aargau, erklärt: «Die Massnahmen schikanieren Zivildienstleistende und beschneiden die Gewissensfreiheit. Sicherheit ist auch – und vielleicht vor allem – der Schutz unserer Umwelt, unserer Gesundheit und unserer Gesellschaft. Dafür engagieren sich Zivildienstleistende jeden Tag.»

Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, betont: «Zivildienstleistende leisten einen wichtigen Beitrag für den praktischen Naturschutz – von der Pflege von Schutzgebieten bis zur Bekämpfung invasiver Neophyten. Wer den Zivildienst schwächt, schwächt auch die konkrete Umsetzung des Biodiversitätsschutzes vor Ort.» Auch Marion Sonderegger und Lukas Häusler vom Mooshof (Lenzburg) werden bei der Förderung der Biodiversität von Zivildienstleistenden unterstützt: «Gerade in den Bereichen, wo sonst Ressourcen fehlen würden, packen Zivildienstleistende mit an. Auf unserem Hof unterstützen sie uns massgeblich bei der Pflege von ökologischen Strukturen.»

Auch im sozialen Bereich sind Zivildienstleistende unersetzlich, denn sie übernehmen wichtige Aufgaben in Schulen, Pflegeheimen und im Asylbereich. Susanne Klaus, Co-Leiterin des Projekts Leben und Lernen lehnt die Vorlage deshalb ab: «Integration gelingt nicht allein mit politischen Forderungen, sondern mit Menschen, die im Alltag begleiten, übersetzen, unterstützen und da sind. Deshalb sind Zivildienstleistende ein unverzichtbarer Teil unserer Arbeit. Wer den Zivildienst schwächt, schwächt Integration, Bildung und soziale Unterstützung genau dort, wo wir heute bereits am Limit arbeiten.»

Der Zivildienstleistende Valentin Thieme, der zuletzt in einer kantonalen Asylunterkunft gearbeitet hat, betont: «Der Zivildienst stärkt das System. Mein Beitrag zur Gesellschaft wirkt sich unmittelbar auf die Menschen aus und ist sowohl lehrreich als auch sinnstiftend.» Und Lucia Engeli, Co-Präsidentin und Grossrätin der SP Aargau, ergänzt: «Als Ärztin sehe ich täglich, wie Zivildienstleistende das Gesundheitswesen entlasten und den Patient:innen Zeit schenken. Dabei lernen sie auch Berufe kennen, was ihnen für die weitere Laufbahn neue Perspektiven bringt. Diese Win-win-Situation dürfen wir nicht gefährden.»

«Der Zivildienst ist keine ‹Bedrohung› für die Armee, sondern eine sinnvolle Ergänzung in unserer Sicherheitsarchitektur», bekräftigt Irène Kälin, Präsidentin und Nationalrätin der Grünen Aargau. Die vorliegenden Massnahmen würden die Armee nicht stärken, sondern einzig den Zivildienst noch unattraktiver gestalten und die Zulassung zusätzlich erschweren.

Das Referendum wurde ergriffen, um die Verschärfungen zu verhindern, die eine Reduktion der Zulassungen zum Zivildienst um 40 Prozent vorsehen. Wie die vielen Beispiele zeigen, leisten Zivildienstleistende eine unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft. Um die Gewissensfreiheit und die Leistungen des Zivildienst zu schützen, wurde im Herbst 2025 das Referendum lanciert. Auch im Aargau wird das Referendum von einer breiten Allianz aus unterschiedlichen Organisationen unterstützt, darunter die Jungen Grünen Aargau, Pro Natura Aargau, kibesuisse Region Nordwestschweiz, die Kleinbauern-Vereinigung, Projekt Leben & Lernen, Grüne Aargau, SP Aargau, Juso Aargau, GLP Aargau, EVP Aargau, jevp Aargau und weitere Einsatzbetriebe.

Bild: Ein gesellschaftliches Bündnis stellt sich gegen etwaige Änderungen des Zivildienstgesetzes.
Foto: zVg