(fi) Am 19. Februar durfte die 60plus-Gruppe im Reformierten Kirchgemeindezentrum Zuzgen einen besonderen Gast begrüssen: Diakonisse Esther Herren aus dem Diakonissenhaus Riehen. Der Nachmittag stand unter dem Titel «Geschichten aus einem bewegten Leben».
Sr. Esther stellte die drei Bereiche ihrer Berufung vor: Mit dem eigenen Leben Antwort geben auf Gottes Einladung, Gemeinschaft pflegen – Mahlzeiten teilen, beten und auf Gott hören – sowie Dienst an Menschen tun. Früher geschah dies vor allem in der Krankenpflege, heute stärker in Gastfreundschaft, Beratung und Seelsorge. Schmunzelnd erzählte sie von einem Kind, das sie fragte: «Bist du die Frau vom lieben Gott?»
Ursprünglich kam sie als Lehrerin ins Diakonissenhaus an die Vorschule für Pflegeberufe. Sie suchte nach pionierhaften Aufgaben, rang mit der Frage nach Weite und Bindung. Beim Lesen der Psalmen erkannte sie neu Gottes Treue – auch dort, wo vieles nicht gelingt. Sie entschied sich, Gott ganz zu vertrauen und in die Gemeinschaft einzutreten. Rückblickend sagt sie: «Bei Gott wird es nicht eng.» So engagierte sie sich in der Jungschar- und Cevi-Arbeit und übernahm Leitungsverantwortung. Das Vertrauen wurde jedoch auch geprüft: Eine Anfrage nach Kamerun zur Krisenintervention stand einer Wahl zur stellvertretenden Oberin der Diakonissen in Riehen gegenüber. Sie sagte Ja zur Mitarbeit in der Leitung; andere Schwestern gingen nach Afrika. Später beteiligte sie sich an der Gründung eines Freundeskreises zur Unterstützung der Arbeit der Schwestern in Kamerun. Diese setzen sich vielfältig ein für Menschen mit Behinderungen und auch für Epilepsiepatienten.
Vor vier Jahren nahm Sr. Esther eine Auszeit. Mit einem Alphorn entdeckte sie neue Ausdrucksformen des Gebets. Seither spielt sie damit gelegentlich in der Freien Strasse und sammelt Spenden für die Schwesterngemeinschaft in Kamerun. In Zuzgen erfreute sie die Anwesenden mit zwei Stücken, die mit herzlichem Applaus verdankt wurden.
Seit 20 Jahren lebt Sr. Esther im «Münsterhüsli», dem ehemaligen Sigristenhaus beim Basler Münster – ein Ort mit drei täglichen Gebetszeiten, offen für Suchende, Alleinlebende und Menschen jeden Alters. Für die Schwestern in Kamerun sammelt sie weiterhin Geld, auch das Honorar aus diesem Nachmittag geht nach Afrika.
Der Nachmittag war geprägt von Tiefe, Humor und Ermutigung – ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Gottes Einladung Weite schenkt. Anschliessend führte Sr. Esther Gespräche mit interessierten Teilnehmenden, während das Apéro-Team die Gäste mit verschiedenen Kuchen und Kaffee verwöhnte.