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Mit Pickel und Schaufel zugunsten der Biodiversität. Foto: zVg

Zwei neue Hecken: NVR-Einsatz zum zehnten Rheinfelder Naturschutztag

(mt) Nicht ganze Heerscharen wie vor einer Woche, anlässlich der dritten Begehung des Magdenerbachs, aber immerhin gut zwei Dutzend Helfer:innen samt ein paar Kindern fanden sich am Samstag morgen ein, um auf Einladung des Natur und Vogelschutz Rheinfelden NVR mit Pickel und Schaufel einen persönlichen Einsatz zu Gunsten der Biodiversität in Rheinfelden zu leisten.

An drei verschiedenen Plätzen wurde Hand angelegt: Eine nicht gerade schöne, aber nützliche Arbeit ist das Entleeren und Putzen der sogenannten Unkenwannen. Diese Minigewässer, meist entlang von Waldrändern im Unterholz etwas versteckt, fördern eine Amphibienart, die gewissermassen eine Zeigerfunktion hat. Hört man Unkenrufe, ist das kein schlechtes Zeichen – ganz im Gegenteil: Geht es den Unken gut, heisst das, dass auch für andere Amphibien und generell verschiedene Bodenlebewesen günstige Bedingungen herrschen.
Rund um das ehemalige Restaurant Drei-Könige befindet sich ein kleiner, z.T. recht versteckter Hotspot für Reptilien. Ganz anders als die Amphibien mögen es Eidechsen und Co. trocken, warm und sonnig, also lieber offene Plätze und möglichst wenig Vegetation. Diese wächst aber in unserer gut gedüngten Umwelt immer wieder schnell nach, ganz besonders in einem so wachstumsfreudigen Jahr wie 2023. Entsprechend intensiv war die Arbeit, um in wenigen Stunden das viele Grünzeug zu entfernen, welches seit dem letzten Einsatz, der doch schon einige Zeit zurückliegt, nachgewachsen ist.

Sozusagen das Tüpchen auf dem i bedeutet es, wenn man eine Hecke anlegen kann. Eine Hecke ist aus Sicht Naturschutz ein ganz besonders wertvoller Ort. Man kann sie sehen als eine Art Wald, der nur aus Waldrand besteht, also dem Übergangsbereich von Wald zu Feld. Solche Übergänge zwischen zwei verschiedenen Lebenräumen (Wald-Feld, Land-Wasser, Erdboden-Atmosphäre …) sind in der Natur immer besonders attraktiv, weil sie die Begegnung unterschiedlichster Lebensformen erlauben und damit Biodiversität und Zukunftssicherung fördern (analoges gilt übrigens durchaus auch in Wissenschaft und Technik).
Die etwas längere Hecken wurde entlang der Augasse und dem anschliessenden Waldrand angelegt, eine zweite weiter hinten gegen das Kraftwerk zu, quer durchs kürzlich fertig aufgefüllte Chleigrüt, geplant und perfekt vorbereitet vom Forstdienst Rheinfelden. 260 junge Pflänzchen, Sträuchlein von etwa einem Meter Höhe wurden in Form zweier Reihen, je etwas versetzt, in den zähen, stark lehmhaltigen Boden versenkt: verschiedenste Arten von Wildsträuchern wie Weissdorn, Schneeball, Wildrosen (je zwei Arten) Kornellkirsche, Pfaffenhütchen, schwarzer Holunder …. Insgesamt 13 Arten wurden in Gruppen von je 5 Stück sorgfältig in die meist mit dem Pickel gehauenen Pflanzlöcher eingegraben.
Sie war zwar schweisstreibend, aber bei wider Erwarten günstigen Wetterverhältnissen und viel guter Laune ging die Arbeit rasch von Statten. Dabei hatte durchaus auch der soziale Aspekt, der Austausch zwischen alten und das Kennenlernen neuer Mitglieder seinen Platz, was beim anschliessenden Zmittag im Forstwerkhof, zusammen mit den beiden Gruppen von den anderen Arbeitsplätzen seinen Fortgang nahm.

Bild: Mit Pickel und Schaufel zugunsten der Biodiversität. Foto: zVg