«Die Momente, in denen man denkt, dass einem alles über den Kopf wächst, gehören wohl dazu», sagt Denise Schleuniger mit einem Lächeln im Gesicht. Die OK-Präsidentin der Musikgesellschaft Möhlin hatte seit dem Start des Projekts «Jim Knopf» schon ein paar schlaflose Nächte. Aber alles in allem laufe es doch ganz gut, erzählt sie gegenüber fricktal.info. Bis zur Premiere am 10. Juni stehen jetzt noch etwa zweieinhalb Monate Vollgas auf der Agenda. Der Kartenvorverkauf startet am 2. April.
JÖRN KERCKHOFF
Im Probelokal Schlauen erinnerte Anfang des Monats noch nicht viel daran, dass im Juni das Musical «Jim Knopf» als Grossereignis in der Mehrzweckhalle Fuchsrain aufgeführt werden soll. Regisseur Roland Graf war damals damit beschäftigt, seine Darsteller in die richtige Stimmung zu bringen – zumindest die, die schon da waren. Denn je nachdem, welche Szenen zu Beginn der Proben einstudiert werden, müssen erstmal gar nicht unbedingt alle vor Ort sein. Oder können es auch gar nicht. Es hatte nämlich eine ganze Weile gedauert, bis alle Rollen besetzt waren. Die meisten Darsteller wurden beim Casting im Dezember zwar gefunden, aber eben nicht alle. Als besonders schwierig stellte sich die Besetzung des «Herrn Ärmel» heraus. Herr Ärmel gehört zu den vier Bewohnern von Lummerland. Ja, tatsächlich, es sind nur vier. Lukas, der Lokomotivführer, Frau Waas, die einen Kaufladen führt, König Alfons, der Viertel-vor-Zwölfte, und eben Herr Ärmel, seines Zeichens getreuer Untertan seines Königs. Und dann kommt Jim Knopf als Paket auf die Insel und damit startet dann die ganze Geschichte, die Jim Knopf und Lukas in die weite Welt führt.
Herr Ärmel verzweifelt gesucht
Jedenfalls wollte sich zunächst einfach kein passender Herr Ärmel finden lassen – weder beim grossen Casting im Dzember noch beim Mini-Casting im Januar – und man überlegte schon, diese Rolle mit Regisseur Roland Graf oder Co-OK-Präsident Nick Schleuniger zu besetzen. Da Herr Ärmel aber auch einen Gesangspart hat, wäre ein erfahrener Sänger schon von Vorteil. Mit Peter Wiedmer wurde die Musikgesellschaft dann tatsächlich doch noch fündig, kein Schauspieler, aber Chorsänger – eine Sorge weniger für Denise Schleuniger. Für die Kinder aus aller Herren Länder, die in dem Stück einen Chor stellen, geht die Suche dagegen noch weiter. «Eine Zusammenarbeit mit dem Kinderchor der Musikschule Möhlin kam leider nicht zustande», bedauert die OK-Präsidentin.
Die meisten Ressorts in guten Händen
Bei ihr laufen alle Fäden zusammen, und das sind eine Menge. Da ist es nicht immer ganz leicht, den Überblick zu behalten. Glücklicherweise seien die meisten Ressorts sehr gut besetzt und auch die Mitglieder der Musikgesellschaft fingen so langsam Feuer. Sowohl bei den Musikproben für das Sück als auch bei den anderen Arbeiten.
Mit Roland Graf hat die MG Möhlin einen gelernten Schauspieler und Regisseur an ihrer Seite. Er versucht mit viel Einfühlungsvermögen, die Darsteller auf ihre Rollen einzustimmen. Jeder muss zu dem Charakter werden, den sie oder er auf der Bühne darstellen soll. Denn eines ist ganz klar: «Gefühl kann man nicht spielen, Gefühl muss man spüren», fordert Graf jeden auf, sich mit seinem Charakter in dem Stück zu indentifizieren. Er kann aber auch deutlich werden: «Ich bin der Regisseur, das wird gemacht, wie ich es sage.» Graf stellt klar, dass es eine eindeutige Hierarchie gibt und dass er das Alphatier bei der Produktion ist.
Emma bald unter Dampf
Chefin des Gesamtprojekts ist Denise Schleuniger, auch da gibt es keinen Zweifel. Und sie kann sich bei vielen Teilprojekten auf Experten verlassen. Neben Regisseur Roland Graf ist dies auch Urs Lützelschwab, in dessen Holzbaufirma gleich neben dem Probelokal das Bühnenbild entsteht. Lützelschwab ist Mitglied der MG Möhlin und somit ein weiterer Glücksfall für das Grossprojekt. «Lummerland ist schon komplett fertig», freut sich Denise Schleuniger über den Fortschritt beim Kulissenbau. Und auch Lokomotive Emma ist schon fertig. Früher fuhr sie als «Posttöffli» über die Strassen und brachte den Leuten Briefe und Pakete, nun soll das Elektrogefährt als Lummerland-Lokomotive seinen Dienst tun. Die Verkleidung ist fertig, der Motor ist auch schon gedrosselt – aus Sicherheitsgründen – nun muss Emma nur noch unter Dampf gesetzt werden, damit sie echt aussieht.
Auch bei den Kostümen und Masken sei man schon relativ weit. «Von einem Theaterverein in Schaffhausen bekommen wir die Kostüme für Frau Mahlzahn und für Nepomuk ausgeliehen, viele andere Kostüme nähen wir selbst», berichtet Denise Schleuniger.
Das sind die positiven Meldungen, es gibt aber auch einen Punkt, der Denise Schleuniger noch Kopfzerbrechen bereitet: die Sponsorengelder. «Da fehlen uns aktuell noch etwa 15 000 Franken», erzählte die OK-Chefin Anfang März. Man könne das Budget noch etwas straffen und mit den Eintrittspreisen auch noch etwas nach oben gehen, aber insgesamt habe sie sich schon mehr Zuspruch von Sponsorenseite erhofft», gibt Denise Schleuniger zu. Vielleicht habe man sich von Seiten des Vereins ein wenig zu spät darum gekümmert, räumt sie ebenfalls ein. Sie hoffe aber doch, dass sich bei den Sponsoren noch etwas tue, damit man die Preise für die Karten familienfreundlich gestalten könne.