32 Kilometer durch neun Gemeinden und zwei Länder: Am Sonntag, 16. Juni, ist anlässlich des slowUp Hochrhein wieder Mobilität aus eigener Muskelkraft auf motorfreien, gut gesicherten Strassen möglich. Eröffnet wird das regionale Volksfest heuer in Kaisten.
SONJA FASLER
Von 10 bis 17 Uhr gehört die Rundstrecke von Kaisten über Laufenburg, Murg, Bad Säckingen, Stein, Münchwilen bis Sisseln wieder ganz dem Langsamverkehr und wird wohl wieder tausende von Radfahrern, Läufern und Inlineskatern anlocken. «Letztes Jahr waren es rund 25 000», sagte Gerhard Zumsteg, Präsident des Vereins slowUp Hochrhein, am vergangenen Dienstagnachmittag anlässlich eines Pressegesprächs.
Gastgebergemeinde für die offizielle Eröffnung ist dieses Jahr turnusgemäss Kaisten, was Gemeinderat Stephan Wiestner freut. Rund um die Mehrzweckhalle finde ein kleines Volksfest statt, so Wiestner. Eröffnet wird dieses am Sonntagmorgen durch Klänge der Alphorngruppe Kaisten. Nach Grussworten des Gemeindevertreters sowie Dr. Mirjam Kosch (Grossratspräsidentin des Kantons Aargau), Dr. Martin Kistler (Landrat des Landreises Waldshut) und SlowUp-Präsident Gerhard Zumsteg wird die Strecke um 10 Uhr offiziell freigegeben.
Kein «Selbstläufer»
Der slowUp sei kein «Selbstläufer», auch wenn es für die meisten Teilnehmenden und Gäste wohl danach aussehe, betonte Zumsteg. «Unzählige Absprachen, Verhandlungen und schlussendlich auch die notwendige Motivation stecken in diesem Anlass.» Und wer könnte es besser wissen als er, gehört der Herznacher dem Verein slowUp Hochrhein mit einem Unterbruch von drei Jahren doch seit 2003 an, davon 14 Jahre als Präsident.
«Kritische Phase überstanden»
Gerade in den letzten Jahren stand der slowUp immer mal wieder auf der Kippe. Es fehlte an Leuten im Vorstand, die bisherigen Geschäftstellen-Leiter gaben auf und es mangelte an Sponsoren. Mit Christian Schweizer aus Frick konnte ein neuer Geschäftstellenleiter gefunden werden, der nun zum ersten Mal für die komplette Organisation verantwortlich ist. Auch für den Vorstand habe man neue Mitglieder finden können, freut sich Gerhard Zumsteg, der nun das Amt als Präsident endgültig abgibt. Er sieht dies zum jetzigen Zeitpunkt als «richtig und sinnvoll», da die «kritische Phase» vorerst überstanden sei.
Nach wie vor eine Herausforderung seien die Finanzen, betonte Zumsteg. Mehrere langjährige Sponsoren seien in den letzten Jahren abgesprungen. In einer Grenzregion wie der des Hochrheins gehörten die Hälfte der Teilnehmer nicht zum Zielpublikum, werde dies begründet. Auf der anderen Seite nähmen die Kosten für Sicherheit, Bewilligungen und Personal stetig zu. Das Budget wurde mit 120 000 Franken massiv kleiner. «Umso mehr sind wir auf die Einnahmen durch den Verkauf der slwoUp-Vignette angewiesen», betonte er. Letztes Jahr kauften weniger als 20 Prozent der Teilnehmer eine solche, obwohl der Preis mit 5 Franken/5 Euro pro Person moderat ausfällt. «Wenn mindestens alle Erwachsenen eine Vignette kaufen würden, wären wir auf gutem Weg», machte Zumsteg deutlich. «Erfreulicherweise gibt es zahlreiche Geschäfte, Gemeinden und Firmen, die uns beim Vorverkauf unterstützen.» Zudem werden die Vignetten am 16. Juni auf den Brücken in Laufenburg und Bad Säckingen vor Ort verkauft.
«Wir sind gut aufgestellt»
Was die diesjährige Organisation anbelangt, die «auf Hochtouren» laufe, ist Christian Schweizer guten Mutes. «Es braucht viele Helfer, aber wir sind gut aufgestellt», so der Geschäftsstellenleiter. Einer von ihnen ist slowUp-Vereinsmitglied Franz Ruckli, der mit seinem Team wieder für das Aufstellen von 160 Absperrgittern besorgt ist. Erfreulich sei auch die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, die einen grossen Teil der Infrastruktur zur Verfügung stellten, oder mit den Vereinen, die in den verschiedenen Orten Festwirtschaften betreiben.
Leider fahre just an diesem Tag zwischen Möhlin und Stein keine S-Bahn und mit in den Bussen, die als Ersatz für den Bahnverkehr fahren, könnten keine Velos transportiert werden. Auf der Website finde man aber verschiedene Anbieter für die Miete von Fahrrädern, erklärte Schweizer, der sich auf ein friedliches, unfallfreies Miteinander an «seinem» ersten slowUp freut.
slowup.ch/hochrhein/de.html
Bild: Der slowUp Hochrhein geht am Sonntag, 16. Juni, in die 19. Runde. Start ist dieses Mal in Kaisten. Im Bild (von links) Gemeindeammann Stephan Wiestner, Gerhard Zumsteg (Präsident des Vereins slowUp Hochrhein), und Christian Schweizer (Geschäftsführer des slowUp Hochrhein). Foto: Sonja Fasler