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Freuen sich über den gelungenen Umbau: Rolf Steger (Mösch AG, Gipf-Oberfrick), Remo Husner (Rickenbach Elektro, Gipf-Oberfrick), Bankleiter Marc Jäger und die Architekten Antonio Quaresima und Reto Miloni. Foto: Sonja Fasler

«Wir wollen eine Vorbildfunktion einnehmen» – Umbau der Raiffeisen-Geschäftsstelle Gipf-Oberfrick mit Photovoltaikanlage ist abgeschlossen

Von der Sonne war an dem regnerischen «Schmutzige Donnschtig»-Morgen nichts zu sehen. Grund zum Strahlen hatten bei der Einweihung dennoch alle Beteiligten des Umbaus der Raiffeisenbank-Geschäftsstelle in Gipf-Oberfrick. Kernstück ist die energetische Sanierung mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach.

SONJA FASLER

Drohnenaufnahme des Gebäudes mit der PV-Anlage auf dem Dach. Foto: zVg«Wir wollen eine Vorbildfunktion einnehmen, insbesondere für unsere Kunden», betonte Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal, in Bezug auf das anspruchsvolle Projekt, eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach des Gebäudes in der Dorfkernzone zu bauen. Man wolle aufzeigen, wie auch das private Eigenheim energetisch auf den neusten Stand gebracht werden könne und wie es mit der Finanzierbarkeit aussehe.

Drohnenaufnahme des Gebäudes mit der PV-Anlage auf dem Dach. Foto: zVgInvestition in die Zukunft
720‘000 Franken investierte die Raiffeisenbank in die Sanierung der Geschäftsstelle Gipf-Oberfrick. Zwischen zehn und zwölf Prozent davon sind an Rückvergütungen zu erwarten, wie Marc Jäger ausführte. Die Fördermittel stammen aus verschiedenen «Töpfen» seitens Bund, Kanton, Swissgrid und lokalem Stromanbieter.
Erste Vorabklärungen wurden bereits 2018 getroffen, indem man die Objekte auf ihre energetische Basis hin überprüft habe, erläuterte der planende Architekt Antonio Quaresima aus Sisseln. 2022 wurde das Projekt Dachsanierung mit neuer Isolation, Erneuerung der Dachhaut und das Anbringen der Indach-Photovoltaikanlage Wärmepumpen konkret. Ausgeführt wurden die Arbeiten inklusive einer Fassadenauffrischung vom April bis September 2024 von Handwerksbetrieben aus der Region. Im Oktober folgte der Ersatz der Gasheizung durch zwei Wärmepumpen.

Die Geschäftsstelle in Gipf-Oberfrick wurde umfassend energetisch saniert. Foto: Sonja FaslerBeispielhafte Anlage
Sowohl Süd- als auch Nordseite des Daches wurden mit den rund 300 Solarpanels – aus Schweizer Produktion in neuster, nicht blendender Satinato-Variante – in Form einer Indach-Anlage als Ersatz von Ziegeln gedeckt. Trotz der teilweisen Nordorientierung liessen sich damit rund 40’000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom pro Jahr erzeugen, wie Architekt und Solarfachmann Reto Miloni aus Baden, der die Anlage konzipiert hat, betonte. Dies entspreche dem Jahresverbrauch von 12 typischen Schweizer 3,5-Zimmer-Haushalten. Die Systemleistung der Anlage beträgt 46 Kilowatt Peak (kWp). Ein wesentlicher Teil der durchschnittlich benörigten 48‘000 Kilowattstunden sind abgedeckt. Nicht nur die Raiffeisenbank-Geschäftsstelle im Parterre des Gebäudes, sondern auch die Mieter in den oberen Stockwerken, wo sich eine Zahnarztpraxis und Wohnungen befinden, profitieren davon.
Der Bau von Solaranlagen mache vor allem Sinn, wenn man mit dem produzierten Strom einen grossen Teil des Eigenverbrauchs abdecken könne, betonte Reto Miloni. Indach-Anlagen seien in der Anschaffung zwar teurer als Aufdach-Anlagen, aber gerade im Dorfkern ästhetischer. Sie seien auch dauerhafter und einfacher zu warten, wie er betonte. «Das Beispiel Raiffeisenbank in Gipf-Oberfrick ist ein Archetypus einer gelungenen energetischen Sanierung auf dem Weg zu einer klimaneutralen und energieautarken Schweiz», lobte er.
Das bestehende Dach mit den Gauben so einzudecken, dass es auch noch gut aussieht, war keine leichte Übung. Gerade in einer Dorfkernzone sei der optische Aspekt wesentlich, wie auch die Gemeindepräsidentin Verena Buol bestätigte. Gipf-Oberfrick sei im Rahmen der BNO-Revision zurzeit an der Ausarbeitung des Gestaltungsplans Dorfmitte. Nun ein Vorzeigeprojekt direkt gegenüber des Gemeindehauses zu haben, sei von Vorteil, wie sie ausführte.

Nächstes Projekt: Herznach
Ziel sei es, alle fünf Geschäftsstellen, die sich im Besitz der Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal befinden, energetisch aufzurüsten, erklärte Marc Jäger. Während das beim Standort Gansingen schon vor einigen Jahren geschehen sei, war nach den Gebäuden in Eiken und Frick jetzt der Standort an der Landstrasse 40 in Gipf-Oberfrick an der Reihe. Als nächstes werde man das Projekt für die Geschäftsstelle in Herznach angehen. Die entsprechende Ausführung sei für das Jahr 2026 vorgesehen, so Jäger.

Bilder:
1. Freuen sich über den gelungenen Umbau: Rolf Steger (Mösch AG, Gipf-Oberfrick), Remo Husner (Rickenbach Elektro, Gipf-Oberfrick), Bankleiter Marc Jäger und die Architekten Antonio Quaresima und Reto Miloni. Foto: Sonja Fasler
2. + 3. Drohnenaufnahme des Gebäudes mit der PV-Anlage auf dem Dach. Foto: zVg
4. Die Geschäftsstelle in Gipf-Oberfrick wurde umfassend energetisch saniert. Foto: Sonja Fasler