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Gemeindeammann Daniel Suter mit Festrednerin Martina Bircher in Frick. Foto: Peter Schütz

«Was macht die Schweiz aus?» – SVP-Nationalrätin Martina Bircher hielt in Frick die Bundesfeierrede

Die Bundesfeier in Frick am Donnerstag fand nicht am Abend, sondern bereits am Mittag statt. Wegen des unsicheren Wetters wurde sie nicht auf dem Schulhausplatz der Schule Dorf durchgeführt, sondern in der Mehrzweckhalle 1958.

PETER SCHÜTZ

«Dafür kommen wir ins Schwitzen», sagte Gemeindeammann Daniel Suter während der Begrüssung der Gäste. Die Feier eröffnete nach dem Mittagessen die Musikgesellschaft Frick mit ihrem neuen Dirigenten Benjamin Pallagi. Im Lauf des Nachmittags trat der Männerchor Frick auf. Die Festansprache hielt die Aargauer SVP-Nationalrätin Martina Bircher. Der Hintergrund: Die im Gemeinderat von Frick vertretenen Ortsparteien wechseln sich jedes Jahr mit den Einladungen der Festredner zum 1. August ab. Diesmal war die SVP an der Reihe.

Die Bundesfeier in der Mehrzweckhalle in Frick. Foto: Peter SchützMartina Bircher ist Vizestadtpräsidentin von Aarburg, wurde 2019 in den Nationalrat gewählt und kandidiert aktuell als Regierungsrätin für den Kanton Aargau. Weniger bekannt ist die Beziehung der SVP-Politikerin zu Frick: Vor rund 15 Jahren war sie dort zwei Jahre lang arbeitstätig. «Ich habe Frick in guter Erinnerung», sagte sie. In ihrer Festrede schlug sie den Bogen von der Bundesverfassung von 1848 in die Gegenwart. «Unsere Bundesverfassung enthält unsere Werte, sie gibt der Schweiz, den Bürgerinnen und Bürgern ihre Identität», erklärte sie. Und: «Die Bundesverfassung geht zurück auf den 12. September 1848 und doch ist sie mit keinem Jahr veraltet, sie ist aktueller denn je.» Die Bundesverfassung bilde die rechtliche Grundlage der schweizerischen Gesellschaft, sie sei «die Legitimation der Eidgenossenschaft». Dies werde schon in ihrer Einleitung deutlich, die Verantwortung gegenüber der Schöpfung, gegenseitige Rücksichtnahme, Achtung der Vielfalt sowie Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen einfordert.

Ein Plädoyer für die Bundesverfassung. Nationalrätin Martina Bircher hielt die Festrede in Frick. Foto: Peter Schütz«Was macht die Schweiz aus, um sie heute zu feiern?», fragte Martina Bircher. In ihrer Antwort verwies sie auf die eidgenössische Volksinitiative «Für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag» von 1993, die bis heute einzige «arbeitszeitreduzierende» Initiative, die vom Volk angenommen wurde. Alle übrigen Initiativen, die die Arbeitszeit reduzieren wollten, seien abgelehnt worden, so Bircher. Wenn man dies jemand anderem, der die direkte Demokratie nicht kenne, erzählen würde, würde dieser oder diese wohl die Schweizer als «Spinner» erachten, solche Initiativen abzulehnen. «Doch es zeigt, dass unsere direkte Demokratie funktioniert», stellte Bircher fest. Denn: «Das Volk geht nicht einfach mit Eigeninteres-sen an die Urne, sondern wägt ab.» Und wer weiss, überlegte sie, vielleicht schwelge im Unterbewusstsein auch die Bundesverfassung mit. Freiheit sei die Möglichkeit, jederzeit mitbestimmen zu können, «wie unsere Zukunft aussehen soll», sagte sie. Frei sei jedoch nur, wer seine Freiheit gebrauche und die getroffenen demokratisch gefällten Mehrheitsbeschlüsse akzeptiere. Sie appellierte an die Solidarität, wie es die Bundesverfassung vorsieht, wenn beispielsweise nächsten Herbst über die Pensionskassenreform abgestimmt wird. «Denken wir dabei nicht nur an uns und unsere eigenen Vorteile, sondern an die Schweiz, an unser System, dass dies für die Ewigkeit bestehen bleibt», erklärte Bircher, «dass die Probleme heute gelöst werden und nicht an die nächste Generation übergehen.

Die Musikgesellschaft Frick umrahmte die Bundesfeier. Foto: Peter SchützFür die Zukunft müsse mit der Diskussion begonnen werden, welchem Grundsatz in der Bundesverfassung mehr Gewicht geschenkt werden soll. Ein Beispiel: «Wie entscheiden wir, wenn ein junger Mann einer Frau den Handschlag verweigert und dies mit seiner Religionszugehörigkeit begründet? Gewichten wir dann die Reli—gionsfreiheit oder die Gleichstellung von Frau und Mann höher?» Die Bundesverfassung bilde die Grundpfeiler der Eidgenossenschaft und des Zusammenlebens in der Schweiz. «Ich wünsche mir, dass wir zu unseren Grundwerten Sorge tragen, dass wir nicht naiv und mit falscher Toleranz unsere Eidgenos-senschaft gefährden», sagte sie zum Abschluss.

Die Festrede von Nationalrätin Martina Bircher im Wortlaut finden Interessierte hier.

Bilder
Erstes Bild: Gemeindeammann Daniel Suter mit Festrednerin Martina Bircher in Frick. Foto: Peter Schütz
Zweites Bild: Die Bundesfeier in der Mehrzweckhalle in Frick. Foto: Peter Schütz
Drittes Bild: Ein Plädoyer für die Bundesverfassung. Nationalrätin Martina Bircher hielt die Festrede in Frick. Foto: Peter Schütz
Viertes Bild: Die Musikgesellschaft Frick umrahmte die Bundesfeier. Foto: Peter Schütz