Im August 2024 platzierte und bepflanzte der Verein «Bunte Beete» drei Hochbeete vor dem Gemeindehaus in Eiken. Petra Schumacher, Sandra Lehner, Susanne Schauli-Tungprasert und Michael Bittner gaben damit den Anstoss zu einem Projekt, das, wie das Gemüse in den Beeten, grösseres Wachstumspotenzial hat.
PETER SCHÜTZ
Die Idee sei aus dem Projektwettbewerb «Sisslerfeld» entstanden, berichten Schumacher, Schauli-Tungprasert und Bittner vor Ort. Rückblick: 2022 erfolgte ein Aufruf zur Teilnahme am Projektwettbewerb «Unser Sisslerfeld». Acht Projekte erhielten eine Auszeichnung, unter anderem «Bunte Beete», für weitere Projekte gab es Anerkennungspreise.
Platz vor Gemeindehaus Eiken
Doch keines der Gewinnerprojekte konnte bis dato umgesetzt werden. Davon liessen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Eiken, Sisseln, Münchwilen, Stein und Bad Säckingen nicht entmutigen. Sie bildeten eine Gemeinschaftsinitiative, die im Verein «Unser Sisslerfeld» mündete. Zu den Gründungsmitgliedern gehören auch Sandra Lehner, Petra Schumacher und Susanne Schauli-Tungprasert. Letztere hatte die Idee, einen Gemeinschaftsgarten für die Bevölkerung aus den Gemeinden in der Agglomeration des Sisslerfeldes aufzubauen. Doch die Möglichkeit für ein Grundstück im Sisslerfeld sei absehbar nicht realisierbar, erklärt sie. Weshalb aus dem Gemeinschaftsgarten eine kleinere Version in Form von Hochbeeten wurde. Damit liess sich zumindest ein Start bewerkstelligen. «Eigentlich wollten wir sie in Stein aufbauen», berichtet Susanne Schauli-Tungprasert, «aber es gab keinen geeigneten Platz». Diesen bot der Gemeindeammann von Eiken, Stefan Grunder, dem zwischenzeitlich im Oktober 2023 gegründeten Verein «Bunte Beete» vor dem Gemeindehaus an. Dann wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Mit Unterstützung der Werkhofe Eiken und Stein erfolgte der Aufbau der drei Hochbeete. «Damit haben wir den ersten Schritt gemacht», sagt Michael Bittner. Aber: «Wir wussten nicht, was die Leute gern möchten», fügt er hinzu. Denn der Gemeinschaftsgarten soll allen zur Verfügung stehen, insbesondere Personen, die keinen eigenen Garten haben.
Wer hat Lust auf Salat & Co.?
Der Clou ist, dass das Gemüse nichts kostet. Wer Lust auf Salat & Co. hat, darf sich ohne Anmeldung, ohne Kasse bedienen. Dennoch wird das Angebot noch zögerlich angenommen. «Es ist etwas Neues», erklärt Susanne Schauli-Tungprasert, «dass man sich einfach bedienen kann». Immerhin: Der Salat wurde im Sommer geerntet. Die Initiatoren konnten sogar zwei Giess-Paten aus Eiken finden. Jetzt befinden sich in den Hochbeeten Wintergemüse, wie Blumenkohl, Stangenzichorie, sehr scharfe Paprika, Kohlrabi. Manches davon kann jetzt schon geerntet werden, worauf ein Schild hinweist. Das Beet in der Mitte ist weitgehend frei, «da kommt Nüsslisalat rein», so Michael Bittner, der in dem Projekt noch etwas anderes sieht: «Es soll ein Treffpunkt sein zum Zusammenkommen.» Denn im Sisslerfeld soll nicht nur gearbeitet, sondern eben auch die Gemeinschaft gepflegt werden. Der Verein «Bunte Beete» hat sich den respektvollen Umgang miteinander auf die Fahne geschrieben, den offenen Austausch, das «gemeinsame Geben und Nehmen». Diese Werte bilden die Basis für «Bunte Beete». Der Verein ist natürlich personell ausbaubar und freut sich über neue Mitglieder. Kontakt im Internet: www.buntebeete.ch