«Zurück in die Zukunft» war der Kinohit, der alles, was unmöglich schien, möglich machte. In diese Richtung zielt die kommende Kunstausstellung im Rehmann-Museum. Ihr Titel: «Technologie der Zukunft».
PETER SCHÜTZ
Die neue Ausstellung enthält künstlerische Beiträge von Vanessa Billy aus Genf, Brodie Ellis aus Australien und Paul Schatz (1898 – 1979), ein Multimediakünstler, der sich in Maschinenbau, Mathematik, Astronomie und Bildhauerei auskannte. Von ihm stammt der heute noch in der Industrie verwendete Schüttelmischer «Turbula» und das raumgeometrische Objekt «Oloid», das zur Wasserreinigung eingesetzt wird – beide sind in der Ausstellung zu sehen. Eröffnet wird sie am Freitag, 8. November, um 19 Uhr mit einer Reihe Rednern: Begrüssung durch Rudolf Lüscher (Stiftungsratspräsident Erwin-Rehmann-Museum), Stadtammann Herbert Weiss, René Leuenberger (Delegierter Mobiliar, Stadtrat der Gemeinde Laufenburg), Patrizia Solombrino (Geschäftsführerin Rehmann-Museum) und Michael Hiltbrunner (Kurator Rehmann-Museum). Musikalische Intervention: Cameron Robbins, Gabriel Kramer und Sonja Wunderlin.
Den Ort der Ausstellung erachtet Michael Hiltbrunner als ideal. Denn: In Laufenburg gibt es mit dem Wasserkraftwerk und der Schaltanlage «Stern von Laufenburg» zwei Meilensteine der Stromversorgung über die Landesgrenzen hinaus. Nun soll ab 2025 mit dem Technologiezentrum Laufenburg auf dem ehemaligen Swissgrid-Areal ein Rechenzentrum mit enormer Speicherbatterie entstehen – Anlass genug, sich des Themas Elektrizität einmal aus künstlerischer Sicht anzunehmen. Denn: «Elektrizität spielt für unser tägliches Leben eine zentrale Rolle», so Michael Hiltbrunner, «birgt aber auch Gefahren und schafft ungelöste Probleme». In der Ausstellung im Rehmann-Museum wird der Frage nachgegangen, wie die Technologie der Zukunft aussehen soll oder wie sich Elektrizität und Ökologie miteinander vertragen. Der Ansatz ist auf den ersten Blick unspektakulär, weil nichts funkt und knallt. Aber beim näheren Betrachten der teils aufwändig hergestellten Kunstwerke auf zwei Gebäudeebenen eröffnet sich ein Spektrum mit philosophischen, alternativen und vorausschauenden Ansätzen.
Die gezeigten Objekte und Bilder sind in speziellen technischen Verfahren entstanden, haben natürliche Elemente als Ursprung (Baumstamm, Zitrone) oder sind, ohne Abfall zu produzieren, entstanden. So das Werk «Transparenter Speicher», dessen Rahmen die Australierin Brodie Ellis aus Palettenholz erbaute. Vanessa Billy schuf mit Abfällen aus der Landwirtschaft sowie technologischen Materialien eine Werkgruppe, welche die Materialität und ihre Lebendigkeit erforschen. Die Herangehensweise von Vanessa Billy und Brodie Ellis an das vorgegebene Thema war aufwändig: Sie besuchten regionale Einrichtungen, wie das Paul-Scherrer-Institut in Villigen, das Strömungsinstitut in Herrischried, das Jakob-Müller-Museum in Frick, ausserdem Swissgrid Aarau sowie FlexBase in Laufenburg. «Das war eine sehr intensive Zeit», berichtete Patrizia Solombrino. Das Projekt wurde ermöglicht mit Unterstützung von Swisslos Kanton Aargau, der Jubiläumsstiftung der Mobiliar Genossenschaft, der Ruth & Arthur Scherbarth Stiftung sowie der Erna und Curt Burgauer Stiftung. Die Ausstellung «Technologie der Zukunft» dauert bis 29. Juni 2025. Dafür werden die Öffnungszeiten des Rehmann-Museum angepasst: jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr.
Bereits am Sonntag, 10. November, wird es ein Gespräch von Michael Hiltbrunner mit Brodie Ellis geben. Weitere Veranstaltungen während der Ausstellung bis 29. Juni 2025 sind der Homepage des Museums zu entnehmen.
www.rehmann-museum.ch