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«Schenk mir eine Geschichte» – Neues Projekt der Bibliothek Laufenburg

«Schenk mir eine Geschichte» – Neues Projekt der Bibliothek Laufenburg

Português und Shquiptare – Portugiesisch und Albanisch. In diesen Sprachen sprechen die meisten Menschen aus dem Ausland mit Migrationshintergrund, nach italienisch, in Laufenburg. Das ergab eine Analyse der Stadt und brachte Nicole Prions, Leiterin der Bibliothek in Laufenburg, auf die Idee, das Projekt «Schenk mir eine Geschichte» auch dort zu verwirklichen.

ANDREA WORTHMANN

«Schenk mir eine Geschichte – Family Literacy» ist ein Projekt des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) und findet schweizweit Anklang. Es soll vor allem mehrsprachig aufwachsenden Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren helfen, sich sprachlich gut zu entwickeln. «Ein guter Wortschatz in der Muttersprache, ist die Basis für einen guten Wortschatz in der deutschen Sprache» sagt Nicole Prions. Damit sie das Projekt in Laufenburg realisieren kann, braucht sie LeseanimatorInnen, die portugiesisch respektive albanisch sprechen, aber auch so gut deutsch können, dass sie mindestens den Alltag darin bestreiten können.


Leseanimatorinnen führen durch die Geschichtenstunde
Diese hat Nicole Prions mit Cibelle Käser und Hava Papaj gefunden. Cibelle Käser aus Kaisten ist 42 Jahre alt, gebürtige Brasilianerin und seit sieben Jahren in der Schweiz. Hava Papaj, gebürtige Albanerin lebt seit acht Jahren in Laufenburg und ist 44 Jahre alt. Beide haben in Zürich bei dem SIKJM einen Kurs besucht, um die zukünftige Aufgabe als Leseanimatorinnen erfüllen zu können. Und dabei haben sie eine Menge gelernt. «Es geht nicht nur um das Vorlesen», erzählt Cibelle Käser, «sondern auch grundsätzlich um das Thema Intergration von Kindern, die mehrsprachig aufwachsen.» Verschiedene Optionen werden aufgezeigt, bei denen man den Kindern ihre Bild 2Muttersprache näher bringen kann. Lieder, Reime, Spiele und Basteln gehören dazu, aber auch das Einbinden der ganzen Familie. Es soll die Kinder stärken, sich mit ihrer Kultur zu identifizieren und auch die Traditionen ihres Herkunftlandes kennenzulernen. Auch das Wissen, dass sie nicht allein sind sei wichtig, betont Cibelle Käser. «Bei dem dreieinhalbtägigen Kurs waren zirka 15 Personen aus verschiedenen Ländern», erzählt Hava Papaj. «Der Kurs war auf deutsch und sehr vielseitig und interessant aufgebaut.»
Nun gilt es, vor allem Kinder und Familien in Laufenburg, aber auch von ausserhalb zu erreichen, und sie über das Angebot zu informieren.


Start im Januar
Im Januar geht es los mit den ersten «Geschichtenstunden», die ausserhalb der normalen Öffnungszeiten stattfinden. Am 13. Januar startet Hava Papaj für albanisch sprechende Familien, am 20. Januar folgt dann die erste portugiesische Stunde mit Cibelle Käser. Beginn ist jeweils um 15.30 Uhr. Das Angebot ist gratis und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Kosten für die Leseanimatorinnen übernimmt der Kanton, auch eine jährliche Weiterbildung ist Bestandteil der Ausbildung.


Netzwerken erwünscht
Nicht nur die Kinder sollen Spass haben, auch die Eltern oder Grosseltern haben bei diesen 90-minütigen Treffen die Möglichkeit, andere Familien kennenzulernen, sich auszutauschen über Erziehungs- oder Integrationsfragen oder zum Umgang mit Mehrsprachigkeit. Vernetzen ist also ausdrücklich erwünscht.


Bild 3Kinderbücher in verschiedenen Sprachen
Bereits jetzt hat die Bibliothek einen Bestand an fremdsprachigen Kinderbüchern. Dieser wird noch erweitert und zu den Treffen können auch eigene Bücher mitgebracht werden.
Weitere Informationen oder den Kontakt zur Bibliothek Laufenburg gibt es hier:
laufenburg.biblioweb.ch

 

 

Bild 1: Von Links: Cibelle Käser, Nicole Prions, Hava Papaj
Bild 2: Die beiden Leseanimatorinnen Cibelle Käser (li.) und Hava Papaj.
Bild 3: Bücher in portugiesischer oder albanischer Sprache gibt es schon in der Bibliothek
Fotos: Andrea Worthmann