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«Ich hatte viele schöne Begegnungen» – Burgschreiber Knut Diers verabschiedet sich in Kürze aus Laufenburg

«Ich hatte viele schöne Begegnungen» – Burgschreiber Knut Diers verabschiedet sich in Kürze aus Laufenburg

Keine zwei Wochen mehr und der Aufenthalt des Burgschreibers zu Laufenburg, Knut Diers, ist Geschichte. Drei Monate hat der Hannoveraner auf beiden Seiten Laufenburgs residiert und Geschichten gesammelt.

Andrea Worthmann

Er ist ein fröhlicher, aufgeschlossener Mensch und geht offen auf andere Menschen zu. Viel hatte er sich vorgenommen, viel davon auch umgesetzt. «Die Zeit war sehr intensiv und verging schnell», resümiert der Autor. «Ich bin zur Fasnacht angekommen, und nun ist schon Ende Mai. Es war eine ideale Zeit, weil sich in den drei Monaten alles so entwickelt hat: Die Natur, aber auch die Beziehungen zu den Menschen.» Diers beschreibt die Menschen auf beiden Seiten der Stadt als sehr herzlich, freundlich und offen. Seine Erwartungen wurden übertroffen, auch weil ihm oft Türen geöffnet wurden und er überall mal hineinschnuppern durfte, sei es beim Zivilschutz oder bei der Feuerwehr. Und obwohl er als erfahrener Reisejournalist schon an vielen Orten war, gibt er zu: «Ich habe noch nie drei Monate einen Ort so intensiv erlebt.»


Maskottchen Laurhy war oft dabeiFast 100 «fröhliche Verabredungen»
Die Mischung aus entspannter und intensiver Zeit empfand Knut Diers als positiv. «Ich hatte fast 100 Termine, wobei ich das Wort Termine zu offiziell und sachlich finde. Ich nenne es lieber schöne Verabredungen.» Als besonders schön empfand er auch die Aufenthalte bei seinen Gastgeberinnen und Gastgebern auf der Schweizer und deutschen Seite Laufenburgs und die Teilhabe an deren Leben. Das Konzept habe ihm gefallen und gutgetan. «Ich habe erlebt, wie gut sich die beiden Laufenburg verstehen, zusammenarbeiten und auch menschlich sind sie sich sehr nah. Die Stadträte machen alle zwei Jahre gemeinsam eine Tour oder die Feuerwehren fahren zusammen Ski. Das ist schon besonders.»
Die Stadt hat ihm ausserordentlicher gut gefallen, besonders die vielen Gassen und der Schlossberg mit «seiner Burg». «Die Schweizer Seite ist ein bisschen grösser und die Gassen kleiner. Ich nehme immer andere Wege und schaue gern auf die Badstube oder auf den Rhein.» Auch die Tradition der Osterbrunnen und die Touren dazu haben Diers gefallen. Die Laufenburger Acht sei er – wie versprochen – jede Woche einmal abgegangen.
Auch war Laufenburg Ausgangspunkt für viele Wanderungen, zum Beispiel hoch zum Cheisacher-Turm und weiter nach Hottwil, zu dem er auch einen Wanderfreund mitnahm, der ihn aus der Heimat besuchte. «Im Gasthaus zum Bären haben wir dann zusammen ein Bier getrunken, wie die Flösser damals», erzählt der 65-Jährige.
Angesprochen auf besondere Begegnungen, erzählte der Burgschreiber von einem Gastgeber, mit dem er zusammen eine Buchlampe bastelte, die er nach seinem Aufenthalt als Erinnerung mit nach Hannover nimmt. Grundsätzlich habe es nur gute Begegnungen gegeben. Mit seinem Stand-Up-Paddleboard schipperte Diers auch öfter mal den Rhein hoch und runter. Mit dabei das Laufenburger Maskottchen «Laurhy». «Die Leute habe mir zugewunken, die müssen mich wohl erkannt haben. Das fand ich lustig, leider habe ich sie nicht erkannt.»
Knut Diers mit seinem SUPEr habe trotzdem zurückgewunken. So ist er eben. Ein weiteres Highlight erlebte der Schriftsteller mit SchülerInnen der 9. Klasse der Kreisschule Regio Laufenburg. «Wir haben uns auf eine Zeitreise begeben, zehn Jahre in der Zukunft. Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Ideen dazu aufgeschrieben, ich habe Inhalt und Stil nach ihrem Vortrag kurz bewertet. Dann haben sie mich zu meinem Leben als Schriftsteller interviewt. Ich war überrascht, wie genau sie sich vorbereiten, wie gut sie Fragen stellen können und wie organisiert es an der Schule zugeht.»


Ein Buch für touristische Erkundungen
Die Geschichten, die Knut Diers in Laufenburg erlebt hat, die Erkundungen zu Fuss oder mit seinem Rad, sollen in einem Buch zusammengefasst werden. Martin Willy, neben Sandhya Hasswani, Leiter des Burgschreiberstipendiums, sagt dazu: «Wir sind bestrebt, dass aus den Geschichten, die Knut Diers geschrieben hat, ein Buch entsteht und veröffentlicht wird. Damit hoffen wir, Laufenburg auch für Menschen interessant zu machen, die bislang noch nie hier waren und die unsere Stadt durch das Buch touristisch erkunden wollen.» Diers verspricht auch, das Buch mit Fotos aus seiner Zeit in Laufenburg, zu bereichern. Co-Leiterin Sandhya Hasswani beschreibt die Zeit mit dem Burgschreiber so: «Der Aufenthalt von Knut Diers in Laufenburg hinterlässt nachhaltige Spuren in der lokalen Literatur: Knut war sehr aktiv unterwegs und seine feinen Beobachtungen bereichern unser Verständnis für den Brückenzusammenhalt beider Städte und sie bestärken unsere Identität, unseren Bezug zu Laufenburg.»Der Autor mit SchülerInnen der 9. Klasse


Abschiedslesung
«Ich komme auf jeden Fall wieder», sagt Diers, «allein schon, um ein paar Leute wiederzutreffen, aber auch, um das dann entstandene Buch vorzustellen. Seine Abschlusslesung findet am 27. Mai im Schlössle in Laufenburg/Baden statt. Der Eintritt ist frei. Interessierte können sich unter folgender Mailadresse anmelden: info@burgschreiber-laufenburg.

 

 

 

Bild 1: Der Burgschreiber zwischen den Städten Laufenburgauf der Altstadtbrücke, die vile Mal überquert hat.
Bild 2: Maskottchen Laurhy war häufig dabei.
Bild 3: Knut Diers auf seinem SUP
Bild 4: Der Workshop mit dem Autor machte der 9. Klasse sichtlich Spass.
Fotos: Knut Diers, zVg