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(pd) Roche kann gute Halbjahresergebnisse präsentieren. Die Konzernverkäufe stiegen um 8% zu konstanten Wechselkursen (5% in Schweizer Franken). Die Verkäufe der Division Pharma nahmen um 3% ab (Verkaufsplus von 4% im zweiten Quartal, nach einem Rückgang von 9% im ersten Quartal; neue Medikamente (+30%) kompensieren die anhaltenden Auswirkungen des Wettbewerbs durch Biosimilars). Die Verkäufe der Division Diagnostics stiegen um 51% aufgrund hoher Nachfrage nach COVID-19-Tests und starker Dynamik bei der Routinediagnostik. Der Konzerngewinn nach IFRS nahm 2% zu.

Severin Schwan, CEO von Roche, zu den Ergebnissen der ersten sechs Monate: «Wir haben im ersten Halbjahr gute Ergebnisse erzielt, vor allem dank der Nachfrage nach unseren neuen Medikamenten und COVID-19-Tests. Die Verkäufe der Division Pharma wachsen seit dem zweiten Quartal wieder. Das Basisgeschäft der Division Diagnostics zeigt eine starke Dynamik. Erwartungsgemäss erreichte die Nachfrage nach COVID-19-Tests im zweiten Quartal ihren Höhepunkt. Besonders erfreulich sind die bedeutenden Fortschritte in unserer Produktepipeline, darunter bahnbrechende Studienergebnisse für Tecentriq bei Lungenkrebs im Frühstadium sowie weitere positive Daten für Evrysdi bei spinaler Muskelatrophie und für COVID-19-Medikamente. Basierend auf den guten Ergebnissen im ersten Halbjahr 2021 bestätigen wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr.»

Ausblick für das Gesamtjahr 2021 bestätigt
Trotz der weiterhin starken Auswirkungen des Wettbewerbs durch Biosimilars erwartet Roche ein Verkaufswachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen. Für den Kerngewinn je Titel wird ein Wachstum zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das weitgehend dem Verkaufswachstum entspricht. Roche ist bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.

Konzernergebnisse
Die Konzernverkäufe stiegen im ersten Halbjahr um 8% (5% in CHF) auf CHF 31 Milliarden. Der Konzerngewinn nach IFRS nahm um 2% zu (-3% in CHF), während der Kerngewinn je Titel um 6% stieg. Die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber den meisten Währungen wirkte sich negativ auf die Resultate in Schweizer Franken aus.
Die Verkäufe der Division Pharma erreichten CHF 22 Milliarden, was einem Rückgang von 3% entspricht. Während die Verkäufe im ersten Quartal jedoch noch stark von COVID-19 beeinflusst waren (-9%), gab es im zweiten Quartal in verschiedenen Regionen Anzeichen einer Erholung (+4%). Der anhaltende Wettbewerb durch Biosimilars, vor allem in den USA, führte zu einem Verkaufsrückgang von CHF 2,8 Milliarden.
Die Nachfrage nach den neuen (seit 20122 eingeführten) Medikamenten bleibt stark (+30% bzw. ein Plus von CHF 2,6 Milliarden). Im ersten Halbjahr erzielten diese Medikamente Verkäufe von über CHF 11 Milliarden – damit tragen sie bereits mehr als die Hälfte zum gesamten Pharma-Umsatz bei.
In den USA gingen die Verkäufe um 8% zurück, was auf die Einführungen von Biosimilars für die Krebsmedikamente MabThera/Rituxan, Avastin und Herceptin (insgesamt -49% oder CHF 1,7 Milliarden) sowie auf die Pandemie zurückzuführen ist. Teilweise wurde dieser Rückgang durch die Verkäufe der neuen Medikamente – hauptsächlich Ocrevus (multiple Sklerose), Hemlibra (Hämophilie), Evrysdi (spinale Muskelatrophie) und Tecentriq (Krebsimmuntherapie) – kompensiert. Auch hier zeigt sich eine Erholung des Geschäfts: nach -14% im ersten Quartal waren die Verkäufe im zweiten Quartal stabil, d.h. wieder auf Vorjahresniveau.
In Europa nahmen die Verkäufe um 4% zu. Die Verkäufe der neuen Medikamente konnten die Auswirkungen des Wettbewerbs durch Biosimilars sowie der Pandemie mehr als ausgleichen. Ronapreve, die Antikörperkombination zur Behandlung von COVID-19, war einer der wichtigsten Wachstumstreiber, vor allem in Deutschland, Italien und Frankreich.
In Japan waren die Verkäufe stabil. Das mit den kürzlich eingeführten Medikamenten Tecentriq und Enspryng erzielte Umsatzplus wurde durch den Wettbewerb durch Biosimilars und behördliche Preiskürzungen aufgehoben.
In der Region International stiegen die Verkäufe um 2%. Das Wachstum in China (+3%) ist insbesondere auf die Verkäufe von Perjeta, Alecensa, Tecentriq und Herceptin zurückzuführen und wurde teilweise durch den Wettbewerb durch Biosimilars für Avastin und MabThera/Rituxan kompensiert. Ohne China legten die Verkäufe um 1% zu, vor allem aufgrund von Bestellungen von Ronapreve in Indien, wobei auch dieses Wachstum durch die Konkurrenz durch Biosimilars teilweise aufgehoben wurde, insbesondere in Kanada und Brasilien.
Die Division Diagnostics verzeichnete ein ausserordentliches Verkaufswachstum von 51% auf CHF 9 Milliarden. Das 2020 noch stark von der Pandemie betroffene Basisgeschäft der Division, die Routinediagnostik, wuchs kräftig: +17% im ersten Quartal und +31% im zweiten Quartal. Das branchenführende Portfolio von Roche an COVID-19-Tests erzielte Verkäufe von insgesamt CHF 2,5 Milliarden (2020: CHF 0,7 Milliarden); im zweiten Halbjahr 2021 wird die Nachfrage nach COVID-19-Tests voraussichtlich rückläufig sein.
Die Verkäufe nahmen in allen Regionen stark zu: Europa, Nahost und Afrika mit +70%, Asien-Pazifik +44%, Nordamerika +25% und Lateinamerika +77%.
Im April übernahm Roche das US-Unternehmen GenMark Diagnostics für USD 1,9 Milliarden. Mit der neuartigen Technologie von GenMark kann eine breite Palette von Krankheitserregern anhand einer einzigen Patientenprobe getestet werden. Damit wird das molekulardiagnostische Portfolio von Roche erweitert. Gleichzeitig unterstreicht die Übernahme unser Engagement zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Antibiotikaresistenzen.

Beiträge von Roche im Kampf gegen die Pandemie
Auch wenn Impfstoffe zur Verfügung stehen und die Zahl der Todesfälle durch COVID-19 in weiten Teilen der Welt zurückgegangen ist – der Bedarf nach Behandlungsoptionen ist nach wie vor gross. Im zweiten Quartal konnten mehrere positive Entwicklungen durch Roche und/oder ihre Partner bekannt gegeben werden:
Ronapreve (gemeinsame Entwicklung mit Regeneron): Vorläufige Phase-III-Daten einer Studie unter der Leitung der University of Oxford zeigten, dass die Antikörperkombination Casirivimab/Imdevimab bei hospitalisierten Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung, die selbst keine natürliche Antikörperreaktion aufgebaut hatten, das Sterberisiko reduzierte. Im Juli erteilte Japan als weltweit erstes Land die Zulassung von Ronapreve für die Behandlung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung.
AT-527 (gemeinsame Entwicklung mit Atea): Erste Phase-II-Studienergebnisse zeigten eine schnelle und anhaltende antivirale Aktivität gegen SARS-CoV-2 bei hospitalisierten Personen mit COVID-19. AT-527 wird weiterhin für die Behandlung und Prävention von COVID-19 untersucht.
Actemra/RoActemra3: Der intravenös zu verabreichende Entzündungshemmer von Roche erhielt von der FDA eine Notfallzulassung (Emergency Use Authorization, EUA) für die Behandlung von schwerer COVID-19-Erkrankung bei hospitalisierten Erwachsenen und Kindern.
Produktion: Roche fährt derzeit die Produktionskapazitäten für AT-527 so weit wie möglich hoch; es handelt sich jedoch um einen komplexen Herstellungsprozess. Für die Produktion von Actemra hat Roche die eigenen Kapazitäten bereits deutlich gesteigert. Darüber hinaus arbeitet Roche mit externen Herstellern an einem Technologietransfer, um die weltweite Versorgung weiter zu erhöhen.
Roche hat auch ihre Position als ein weltweit führender Anbieter von COVID-19-Tests weiter gestärkt. Im Juni erhielt der Selbsttest SARS-CoV-2 Antigen Nasal die CE-Kennzeichnung4, während die FDA dem Nukleinsäuretest cobas SARS-CoV-2 für das cobas Liat System eine Erstzulassung erteilte. Dabei handelt es sich um eine Notfallzulassung für PCR-Untersuchungen, die bei symptomatischen und asymptomatischen Personen direkt vor Ort durchgeführt werden; die Ergebnisse liegen innerhalb von 20 Minuten vor.

Pharma: Wichtige Zulassungen; positive Studiendaten in der Neurologie und Onkologie
Neben den massiven Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie hat Roche weiterhin innovative Medikamente für andere schwerwiegende Krankheiten entwickelt. Im zweiten Quartal konnte Roche eine Reihe wichtiger Zulassungserfolge bekannt geben:
Im Mai erhielt Venclyxto5 im Rahmen einer Kombinationstherapie die EU-Zulassung zur Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie, bei denen eine intensive Chemotherapie nicht in Frage kommt. Tecentriq wurde zur Erstlinien-Monotherapie bei Personen mit einer bestimmten Art von metastasierendem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zugelassen.
Im Juni gewährte die FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für das Port Delivery System mit Ranibizumab. Falls es zugelassen wird, wäre es das erste und einzige Augenimplantat mit kontinuierlicher Medikamentenabgabe, das Menschen mit neovaskulärer oder «feuchter» altersbedingter Makuladegeneration eine Alternative zu häufigen Injektionen in das Auge bietet.
Ebenfalls im Juni erteilte die Europäische Kommission Enspryng die Zulassung. Es handelt sich dabei um die erste und einzige subkutane Behandlung der Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) bei Erwachsenen und Jugendlichen. NMOSD ist eine seltene Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die zu dauerhafter Erblindung, Muskelschwäche und Lähmungen führen kann.

Des Weiteren konnte Roche positive Studiendaten in der Neurologie und Onkologie vorstellen:
Die auf mehreren medizinischen Kongressen präsentierten Daten aus dem wachsenden Neurologie-Portfolio von Roche unterstreichen unser anhaltendes Engagement bei der Entwicklung bahnbrechender Medikamente für schwierige neurologische Erkrankungen. Neue Daten für Enspryng (NMOSD) und Evrysdi (spinale Muskelatrophie) bestätigten die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil beider Medikamente. Dazu gehören auch auch frühe, sehr ermutigende Studienergebnisse für Evrysdi bei präsymptomatischen Säuglingen unter zwei Monaten. Neue Studienergebnisse zu Ocrevus (bei schubförmiger und primär progredienter multipler Sklerose, MS) zeigten bei beiden Formen von MS einen gleichbleibenden Nutzen beim Verlangsamen des Krankheitsverlaufs.
Darüber hinaus präsentierte Roche an der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology neue Daten für 19 zugelassene Präparate bzw. Prüfmedikamente bei mehr als 20 verschiedenen Krebskrankheiten. Zu den Highlights gehörten die bahnbrechenden Daten zu Tecentriq. Es zeigte sich, dass Tecentriq das krankheitsfreie Überleben bei operablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Frühstadium im Vergleich zur bestmöglichen unterstützenden Behandlung verbessert – ein Novum in der Krebsimmuntherapie.
Die aktuellsten Fortschritte bei der Immuntherapie von Non-Hodgkin-Lymphomen sind ebenfalls vielversprechend: Die Daten für Mosunetuzumab und Glofitamab (T-Zellen-angreifende bispezifische Antikörper) sowie für Polivy (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat) zeigen das Potenzial dieser neuartigen Ansätze bei der Behandlung verschiedener Arten von Blutkrebs.

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