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(pd) Die beiden kalorienarmen Süsssubstanzen Xylitol und Erythritol - beide in kristalliner Form im Detailhandel erhältlich - sind attraktive Kandidaten für den Ersatz von Zucker: Wie Basler Forscherinnen der St. Clara Forschung AG in aktuellen Studien zeigen, stimulieren bereits niedrige Dosen von Xylitol und Erythritol die Ausschüttung von Sättigungshormonen und induzieren eine Verlangsamung der Magenentleerung. Die Studienergebnisse erschienen in den renommierten Fachjournals Nutrients und Diabetes, Obesity and Metabolism.

Der Konsum von Zucker wird mit einer ganzen Reihe negativer gesundheitlicher Auswirkungen in Verbindung gebracht. Um den Zuckerkonsum zu reduzieren, gibt es zwei Ansätze, den schlichten Verzicht sowie den Zuckerersatz mit süssschmeckenden aber gesünderen Alternativen.

Die oft dafür herbeigezogenen Zuckerersatzmittel wie kalorienarme Süssstoffe weisen den grossen Nachteil auf, dass sie im Gegensatz zu Zucker kein Sättigungsgefühl auslösen. Mögliche Kandidaten als Alternative zu herkömmlichem Zucker könnten die beiden kalorienarmen Süsssubstanzen Xylitol («Birkenzucker») und Erythritol sein. Schon lange bekannt ist, dass sowohl Xylitol als auch Erythritol die Speichelbakterien günstig beeinflussen und bei regelmässiger Einnahme einen Beitrag zur Kariesprophylaxe leisten können. In wie weit Xylitol und Erythritol Einfluss auf die Sättigung haben können, ist noch wenig erforscht.

Studien zu Auswirkungen auf Sättigungshormone, Blutzucker und Insulin sowie Blutfett
Zwei Basler Studien der St. Clara Forschung unter der Leitung von PD Dr. phil. II A.C. Meyer-Gerspach und PD Dr. med. B. Wölnerhanssen untersuchten die Auswirkungen von Xylitol und Erythritol auf die Freisetzung von Sättigungshormonen, den Blutzucker- und Insulinspiegel, sowie die Blutfettkonzentrationen. Darüber hinaus wurden die sättigende Wirkung und die Geschwindigkeit der Magenentleerung ermittelt.

Im Rahmen des Studiendesigns wurden je zwölf gesunde, schlanke Freiwillige in die Studien eingeschlossen. Die Teilnehmenden bekamen über eine Magensonde entweder Lösungen mit 7,17 oder 35 g Xylitol oder Lösungen mit 10,25 oder 50 g Erythritol verabreicht, sowie zum Vergleich pures Leitungswasser (= Placebo). Sämtliche Dosen wurden gut vertragen.

Freisetzung von Sättigungshormonen und niedriger glykämischer Index
Wie die Studien zeigen, können bereits niedrige Dosen von Xylitol und Erythritol die Ausschüttung von Sättigungshormonen stimulieren und eine Verlangsamung der Magenentleerung induzieren. Hingegen hatte die Einnahme keinen Effekt auf die Blutfette und keinen (Erythritol) oder nur einen geringen (Xylitol) Effekt auf den Blutzucker- und Insulinspiegel. Somit unterscheiden sich die Wirkprofile der natürlich vorkommenden Süssungsmittel Xylitol und Erythritol deutlich von künstlichen Süssstoffen, bei denen keine Sättigungshormone freigesetzt werden.

Erkenntnisse aus den Studien könnten Ernährungsrichtlinien verändern
Diese Kombination von Eigenschaften - niedriger glykämischer Index, aber Freisetzung von Sättigungshormonen bereits bei niedrigen Dosen - macht Xylitol und Erythritol zu attraktiven Kandidaten für Zuckerersatz. Die Erkenntnisse aus den Studien könnten in Zukunft Ernährungsrichtlinien verändern: Auch übergewichtige, diabetische und ernährungsbewusste Personen können eine «gesündere» Süsse geniessen.

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